Archivierter Artikel vom 11.04.2020, 05:14 Uhr

Panikkäufe in Istanbul

Ausgangsverbot in 31 türkischen Städten

Am späten Abend wird in der Türkei für das Wochenende ein Ausgangsverbot in 31 Städten angekündigt.

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Ausgangsverbot
Nach der Ankündigung versuchen Menschen Lebensmittel einzukaufen.
Foto: AP/dpa

Istanbul (dpa). In der Türkei hat die Regierung wegen der Corona-Krise für dieses Wochenende kurzfristig Ausgangsbeschränkungen in 31 Städte verhängt.

Betroffen war auch die größte Stadt des Landes, die Millionenmetropole Istanbul, wie Provinz-Gouverneur Ali Yerlikaya am späten Freitagabend in einem Tweet bestätigte. Weil die Maßnahme nur mit knapp zwei Stunden Vorlauf verkündet wurde, setzten in Istanbul sofort Panikkäufe ein.

Einem Tweet des Innenministeriums zufolge sind auch die Hauptstadt Ankara sowie die Großstädte Izmir und Antalya betroffen. Das Verbot sollte demnach von Mitternacht in der Nacht zu Samstag bis Mitternacht in der Nacht zu Montag gelten.

Der Bürgermeister von Istanbul, Ekrem Imamoglu, kritisierte die kurzfristig kommunizierte Maßnahme. Innenminister Süleyman Soylu rief der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge zur Ruhe auf. Es gebe keinen Grund für Panikkäufe, unter anderem würden am Samstag die Bäckereien geöffnet sein. Anadolu zufolge sollen auch Kliniken, Apotheken und Institutionen, die bestimmte öffentliche Dienstleistungen anbieten, offen bleiben.

Die Türkei hat bisher rund 47.000 Infektionsfälle gemeldet. Die Zahl der Todesopfer hatte am Freitag die Marke von 1000 überschritten. Für Menschen ab 65 Jahre, chronisch Kranke und Unter-20-Jährige galten bereits Ausgehverbote. Schulen und Universitäten, Cafés und Bars wurden schon geschlossen, gemeinsame Gebete in Moscheen wurde verboten.