Filmpreise in Hollywood

Vier Oscars für südkoreanische Satire „Parasite“

Große Oscar-Überraschung: Der Südkoreaner Bong Joon Ho triumphiert mit seiner Satire „Parasite“ und schreibt Filmgeschichte. Bei den Schauspieler-Preisen hingegen dominieren große Stars. Und die Obamas können sich auch freuen.

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Oscars – Bong Joon Ho
Er ist der Mann des Abends: Bong Joon Ho.
Foto: Chris Pizzello/Invision/AP/dpa

Hollywood (dpa). Der Oscar für den besten Film geht zum ersten Mal nach Südkorea – und damit erstmals an eine nicht-englischsprachige Produktion.

Drei Gewinner
Drei Gewinner auf einen Streich: Joaquin Phoenix (l-r), Renée Zellweger und Brad Pitt.
Foto: Jordan Strauss/Invision/dpa

Insgesamt gab es in der Nacht zu Montag in Hollywood vier Auszeichnungen für die Satire „Parasite“: Filmemacher Bong Joon Ho gewann zusätzlich zur Königskategorie auch den Auslands-Oscar sowie die Preise für die beste Regie und das beste Original-Drehbuch.

Regina King + Brad Pitt
Regina King herzt Brad Pitt.
Foto: Burt Harris/Prensa Internacional via ZUMA/dpa

Sein bitterböser Film, der bereits einen Golden Globe und die Goldene Palme von Cannes gewonnen hatte, erzählt die Geschichte einer armen Familie, die sich im Haus einer reichen Familie einnistet. Bong Joon Ho reagierte ungläubig auf seinen Triumph: „Es fühlt sich immer noch sehr surreal an“, sagte er Backstage. „Ich denke, irgendetwas wird mich gleich am Kopf treffen, und ich werde von diesem Traum aufwachen.“

Scarlett Johansson + Laura Dern
Scarlett Johansson (l) gratuliert Laura Dern.
Foto: Chris Pizzello/Invision/dpa

Das hochgehandelte Kriegsdrama „1917“ erhielt drei Oscars, darunter den für die beste Kamera. Zwei Auszeichnungen gingen an den historischen Rennsportfilm „Le Mans 66: Gegen jede Chance“. Als Verlierer ging das Mafia-Epos „The Irishman“ aus der 92. Oscar-Gala hervor. Der hochkarätig besetzte Film von Altmeister Martin Scorsese war zehn Mal nominiert gewesen, gewann aber keinen einzigen Preis.

Elton John + Bernie Taupin
Elton John (l) und Bernie Taupin zeigen ihren Oscar für das beste Originallied.
Foto: Jordan Strauss/Invision/AP/dpa

Die Schauspieler-Trophäen wurden diesmal durchweg von den Favoriten und damit von Hollywood-Topstars abgeräumt: Beste Hauptdarstellerin wurde Renée Zellweger für ihre Darstellung der Sängerin Judy Garland in dem biografischen Film „Judy“. Den männlichen Hauptrollen-Oscar bekam Joaquin Phoenix für seine Rolle des späteren Batman-Gegenspielers „Joker“; das Drama wurde außerdem für die beste Filmmusik ausgezeichnet.

Bong Joon Ho
Bong Joon Ho im Glück.
Foto: Richard Shotwell/Invision/dpa

Brad Pitt und Laura Dern gewannen die Auszeichnungen als beste Nebendarsteller und holten sich damit die ersten Schauspiel-Oscars ihrer Karriere. Dern wurde für ihre Rolle im Drama „Marriage Story“ des Regisseurs Noah Baumbach ausgezeichnet, Pitt für das Quentin-Tarantino-Werk „Once Upon a Time in Hollywood“. Der nostalgische Film über das Hollywood der 1960er Jahre erhielt außerdem einen Oscar für das Produktionsdesign.

Eminem
Der US-Rapper Eminem sang seinen Hit «Lose Yourself».
Foto: Chris Pizzello/Invision/dpa

Rockstar Elton John und sein Liedtexter Bernie Taupin wurden für den besten Filmsong ausgezeichnet: „(I'm Gonna) Love Me Again“ aus dem Biopic „Rocketman“. Die beste Filmmusik lieferte nach Meinung der US-Filmakademie die Isländerin Hildur Gudnadóttir für „Joker“ ab. Für einen bewegenden Moment während der Gala sorgte die 18-jährige US-Sängerin Billie Eilish, die den Beatles-Klassiker „Yesterday“ für die seit der letzten Gala gestorbenen Größen der Filmbranche wie Kirk Douglas und Doris Day sang. Auch des tödlich verunglückten Basketball-Superstars und Oscar-Gewinners Kobe Bryant wurde gedacht.

Robert De Niro + Al Pacino
Alte Hasen im Filmbusiness: Robert De Niro und Al Pacino.
Foto: Ampas/ZUMA Wire/dpa

Die Trophäe für den besten Animationsfilm ging an den vierten „Toy Story“-Film „Alles hört auf kein Kommando“ von Josh Cooley. Für das beste adaptierte Drehbuch wurde der Neuseeländer Taika Waititi mit seiner Nazi-Satire „Jojo Rabbit“ geehrt. Den Oscar für das beste Kostümdesign erhielt Greta Gerwigs Romanverfilmung „Little Women“. In der Sparte Make-up/Frisur wurde das Drama „Bombshell – Das Ende des Schweigens“ ausgezeichnet.

Teamarbeit
Das Team von «Parasite» nimmt den Oscar für den besten Film entgegen.
Foto: Chris Pizzello/Invision/AP/dpa

In der Kategorie Dokumentation gewann der Film „American Factory“. Die Doku erzählt von den Menschen in einer Fabrik im US-Bundesstaat Ohio. Es ist das erste Werk, das von der Produktionsfirma von Barack und Michelle Obama unterstützt wurde. Beide gratulierten den Filmemachern für ihre „bewegende Geschichte“ per Twitter. Die einzige deutsche Oscar-Hoffnung – die vom SWR koproduzierte Dokumentation „The Cave“ über ein unterirdisches Krankenhaus in Syrien – ging damit leer aus.

Renée Zellweger
Renée Zellweger hält ihren Oscar fest in der Hand.
Foto: Chris Pizzello/Invision/AP/dpa

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