Hollywood-Schmähpreise

Musical-Drama „Music“ mit „Razzies“ überhäuft

Über Auszeichnungen freut man sich in der Regel. Auf eine „Goldene Himbeere“ ist aber wohl niemand scharf.

Sia
Mit ihrem Regiedebüt hat sich Sia viel Kritik eingehandelt.
Foto: Balazs Mohai/MTI/dpa

Los Angeles (dpa). Erst die „Razzies“, dann die Oscars: am Vortag der Oscar-Gala sind Hollywoods Spottpreise verliehen worden. Gleich drei „Goldene Himbeeren“ oder „Razzies“ räumte das Musical-Drama „Music“ ab, wie die Verleiher der nicht ganz ernstzunehmenden Preise in einer Videobotschaft bekannt gaben.

Das Regiedebüt von Sängerin Sia brachte der Australierin die Trophäe als schlechteste Regisseurin ein. Zudem gab es Schmähpreise für Kate Hudson als Hauptdarstellerin und Maddie Ziegler in der Nebenrolle eines jungen autistischen Mädchens. Der Film mit poppigen Tanz- und Musikeinlagen war für seinen Umgang mit Autismus kritisiert worden.

Zwei „Razzies“ gingen an die mit Verschwörungstheorien und unbelegten Wahlbetrugsvorwürfen gespickte Doku „Absolute Proof“ des US-Geschäftsmanns Mike Lindell, ein Unterstützer von Ex-Präsident Donald Trump. Lindell holte die Trophäen als Darsteller und für den schlechtesten Film.

Auch Trump-Anwalt Rudy Giuliani blieb nicht verschont. Sein Auftritt in der bissigen Satire „Borat Anschluss Moviefilm“ mit dem britischen Komiker Sacha Baron Cohen als fiktiver Reporter aus Kasachstan brachte ihm den Spottpreis als Nebendarsteller und für die schlechteste Leinwand-Combo (Giuliani und sein Hosen-Reißverschluss) ein. Giuliani taucht in einer prekären Interview-Szene mit der Hand in seiner Hose auf.

Wegen der Corona-Krise gab es bei der 41. Spottpreisverleihung zudem eine Sondertrophäe für 2020 als „Schlimmstes Kalenderjahr aller Zeiten“. Die „Razzies“ waren von dem Cineasten John Wilson als Gegenstück zur glanzvollen Oscar-Verleihung ins Leben gerufen worden. Knapp 1100 Mitglieder aus den USA und zwei Dutzend weiteren Ländern gaben nach Angaben der Gruppe ihre Stimme ab.

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