Archivierter Artikel vom 19.05.2010, 12:16 Uhr
Berlin

Neumann: «Nofretete bleibt in Berlin!»

Kulturstaatsminister Bernd Neumann hat ägyptische Forderungen nach einer Rückgabe der Nofretete zurückgewiesen. «Die Büste der Nofretete bleibt in Berlin!», erklärte Neumann.

Nofretete-Büste
1924 wurde Nofretete erstmals öffentlich im Neuen Museum auf der Berliner Museumsinsel ausgestellt.

Das Glanzstück der ägyptischen Sammlung im Neuen Museum Berlin sei im Jahr 1913 im Rahmen einer Fundteilung rechtmäßig durch die Deutsche Orientgesellschaft und später durch den preußischen Staat erworben worden, betonte Neumann. «Dies ist mit Dokumenten zweifelsfrei belegt. Rechtsansprüche Ägyptens auf Rückgabe der Nofretete entbehren daher jeder Grundlage.»

Der ägyptische Antikenchef Zahi Hawass fordert, dass Deutschland die mehr als 3000 Jahre alte Büste an sein Land zurückgibt. Hawass hatte angekündigt, es werde in Kürze einen offiziellen Auslieferungsantrag geben.

Verfahren und Ablauf der Fundteilung im Jahr 1913 seien von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz bereits mehrfach detailliert geschildert und belegt worden, heißt es aus dem Haus des Kulturstaatsministers. Damals sei vereinbart worden, dass das deutsche Archäologenteam den Fund in zwei Teile teilt und der ägyptische Antikendienst als Vertreter der ägyptischen Regierung einen Teil davon auswählt. Durch die ägyptische Auswahlentscheidung wurde der Teil mit der farbig gefassten Büste der Nofretete der deutschen Seite zugesprochen.