Archivierter Artikel vom 08.06.2010, 08:42 Uhr

Mark Knopfler mit Hits in Hausmusik-Manier

Frankfurt/Main (dpa) ­ Der Mann, den viele für ein Genie, manche gar für einen Gitarrengott halten, betritt die Bühne im Halbdunkel. Mark Knopfler macht beim Auftakt seiner Deutschlandtournee am Montagabend in der ausverkauften Frankfurter Festhalle nicht viel Aufhebens um seine Person.

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Mark Knopfler
Der britische Musiker Mark Knopfler ganz relaxed in Frankfurt.

Seine musikalische Virtuosität demonstriert der 60 Jahre alte Brite an diversen Gitarren, die ihm im Laufe des zweistündigen Konzerts gereicht werden – sowohl bei den Hits seiner einstigen Band Dire Straits als auch bei seinen eigenen Songs. 7500 Fans lauschen fasziniert auf ihren Stühlen, erst bei den Zugaben drängen sie zum Bühnenrand.

Der Sänger, Songschreiber und Gitarrist, der mehrere Grammys gewonnen, Megahits wie «Money For Nothing» oder «So Far Away» geschrieben und über 120 Millionen Alben verkauft hat, ist kein Mann großer Überraschungen. Seit Jahren serviert der gebürtige Glasgower auf seinen ausgedehnten Tourneen eine ähnliche Auswahl seiner Songs.

Knopfler erscheint wie ein Dienstleister, der routiniert die Erwartungen seiner Fans bedient. Für sein Publikum wird aber auch die Routine zum Ereignis. Bei der besonderen Zupftechnik des Meisters kommen viele Zuschauer auch beim x-ten Mal nicht aus dem Staunen heraus.

Knopflers herausragende Fähigkeiten an der Gitarre in Kombination mit seiner warmen, rauchigen Stimme ziehen das Publikum in seinen Bann. Dazu kommt der melodische Sprechgesang des Briten, mit dem er Geschichten von meist einfachen Leuten erzählt, auf seinem aktuellen Album «Get Lucky» («Werde glücklich») auch aus seinem eigenen Leben.

Zu Knopflers Bescheidenheit gehört, dass er sich nicht in den Mittelpunkt stellt, sondern andere Ausnahmemusiker um sich schart. «Scheint so, als hätten sie schon mal gespielt», adelt er seine sechsköpfige Band mit britischem Humor und Understatement. Ebenso humorvoll erzählt der 60-Jährige, dass er das Konzert auf ärztliches Anraten im Sitzen absolviere: «Tanzen ist nicht drin für mich.»

Gelegentlich wirkt der Auftritt wie eine musikalische Lehrstunde. Die richtig großen Momente des Konzerts sind die, in denen es den Akteuren mit ihrem intensiven Zusammenspiel gelingt, in der riesigen Konzerthalle so etwas wie eine Hausmusik- oder Pub-Atmosphäre zu schaffen. Dazu passt ein Tablett mit Getränken, das den Musikern, zu denen auch der langjährige Dire Straits-Partner Guy Fletcher gehört, zum «Feierabend» auf die Bühne gebracht wird. Zufrieden prosten sie ins Publikum, das Mark Knopfler und Co. begeistert feiert.

Weitere Deutschland-Konzerte: Hamburg 16. Juni, Hannover 17. Juni, Berlin 18. Juni, Leipzig 19. Juni, Köln 20. Juni, Oberhausen 22. Juni, Mannheim 23. Juni, Stuttgart 24. Juni, München 25. Juni, Würzburg 17. Juli.

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