Archivierter Artikel vom 25.08.2010, 09:56 Uhr
Berlin

Maria Simon als ARD-Fahnderin: «Sechser im Lotto»

Maria Simon («Lichter», «Good Bye, Lenin!») wird ARD-Fernsehkommissarin. Die 34 Jahre alte Schauspielerin ist die Nachfolgerin von Imogen Kogge beim RBB-«Polizeiruf».

Lesezeit: 2 Minuten
Maria Simon
Maria Simon wird Kommissarin.

Die gebürtige Leipzigerin, die drei Söhne hat und mit Ex-«Tatort»-Fahnder Bernd Michael Lade verheiratet ist, geht künftig mit Horst Krause in Brandenburg auf Verbrecherjagd.

Die erste Folge läuft im Frühjahr 2011. Im ZDF ist Simon dieses Jahr im Spielfilm «Kongo» zu sehen. Wie ihre Rolle im «Polizeiruf» aussehen wird, ist noch offen. Der Part ist so etwas wie «ein Sechser im Lotto», sagt die Berlinerin im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

Was für eine Kommissarin wären Sie gern?

Simon: «Mal sehen. Sie sollte eine große Welt im Kopf und im Herz haben.»

Was reizt Sie am «Polizeiruf 110»?

Simon: «Was ich toll finde, ist im Team eine Figur zu entwickeln. Wir begeben uns da gemeinsam auf den Weg, wir sind im Austausch, und das macht Spaß.»

Sind Sie selbst ein Krimifan?

Simon: «Ich habe kaum Zeit, mir Krimis anzugucken. Zum Fernsehen komme ich gar nicht, wenn, dann bei der Arbeit abends im Hotel. Sonst schau ich viele Filme auf DVD.»

Kennen Sie den «Polizeiruf» noch aus DDR-Zeiten?

Simon: «Ein bisschen. Da war ich noch ein Kind, das fand ich spannend, manchmal durfte ich mitgucken. Fernsehen hatte damals nicht den Stellenwert, den es jetzt hat, es war immer ein Ereignis für mich...»

Dürfen Ihre Kinder die Krimis gucken, die Sie drehen?

Simon: «Der Große ist zwölf, der darf das schon. Die Kleinen lernen von Ausschnitten, was ich bei der Arbeit eigentlich so mache.»

Was bedeutet der «Polizeiruf» für ihr Auskommen?

Simon: «Ein Sechser im Lotto! Als große Familie mit zwei Schauspielern ist es nicht einfach – das ist eine finanzielle Grundabsicherung. Als Schauspieler hat man es auf sämtlichen Ämtern komplett schwer. Man macht mal einen Film und dann kommt wieder lange nichts. Arbeitslosengeld kriege ich nicht, weil man als Filmschaffender – egal, ob als Tonmensch oder als Techniker – immer nur für eine kurze Zeit versichert ist und das meistens nicht ausreicht, um Arbeitslosengeld beziehen zu dürfen, obwohl wir regelmäßig und nicht wenig Arbeitslosenversicherung zahlen. Hartz IV ist auch nicht möglich, weil, wenn man dann mal dreht, war es dafür zu viel Geld. Sich so ein Leben zu organisieren und dabei gelassen und zuversichtlich zu bleiben, ist eine besondere Aufgabe. Wir lernen viel dabei!»

Werden Sie mit echten Kommissarinnen sprechen?

Simon: «Ja, wenn es sich ergibt.»

Wird Ihr Mann Bernd Michael Lade Sie beraten, er war ja auch mal Fernsehkommissar?

Simon: «Und er war ein verdammt guter Kommissar. Wir leben im ständigen Austausch, auch über die Arbeit. Ich bin ihm sehr dankbar, dass er sich mit so viel Hingabe um unseren Staat daheim sorgt, wenn ich unterwegs bin. Das ermöglicht es mir, mich voll auf meine Arbeit zu konzentrieren.»

Interview: Caroline Bock, dpa