Archivierter Artikel vom 08.02.2011, 07:50 Uhr
Köln

«Le Grand Prix, c'est moi»

Irgendwie ist das «total grotte», würde Lena sagen. Stefan Raab ist nun mit zwei Titeln im Finale von «Unser Song für Deutschland». Gleichzeitig hofft er immer noch darauf, den Eurovision Song Contest am 14. Mai in Düsseldorf auch moderieren zu können.

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Bis es soweit ist, fungiert er außerdem als Präsident der Jury, die Lenas Lieder bewertet. Fast könnte man meinen, dass er langsam am absolutistischen Ralph-Siegel-Komplex leidet: «Le Grand Prix, c'est moi» – Der Grand Prix, das bin ich.

In mittlerweile zwei Lena-Lena-Shows hat Lena ihre Stärken und Schwächen offenbart.

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Sechs Songs haben die Zuschauer bisher ausgewählt, von denen „Unser Star von Oslo“ einen beim Eurovision Song Contest in Hannover vorträgt und damit seinen Titel verteidigen möchte.

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Bei der zweiten Sendung am Montagabend wurden die letzten drei Lieder für die große Finalshow am 18. Februar in der ARD bestimmt.

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Die Zuschauer wählten das eher ruhiger Lied „A Million And One“…

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… „Mama Told Me“, ein eher fetzigerer Song aus der Feder von Stefan Raab…

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…und die Piano-Ballade „Push Forward“, die Raab gerne als Frauenlied bezeichnet.

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Neben Raab (Bild) gaben am Montag auch Anke Engelke und Joy Denalane in der Jury ihren Senf dazu.

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Engelke teilte kräftig aus. Ihr Kommentar zum Lied „Teenage Girls“: „Ich fand den Text so beknackt. Boah, fand ich den blöd!“

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Raab, der alle Lieder mit ausgesucht hatte, versuchte zu besänftigen: „Das kann ich natürlich verstehen, dass Anke sich nicht mehr so gut in Teenage-Songs reinversetzen kann.“

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Für Fachwissen sorgte hingegen Gastjurorin Joy Denalane mit Sätzen wie „Die Hook ist besser als die Bridge“. Das bedeutet in etwa, dass eine Strophe besser ins Ohr geht als der Text.

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Schon bei ihrer ersten Show am 31. Januar musste Lena ihr Können beweisen.

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Dabei ging sie sichtlich entspannter ans Werk als am Montagabend.

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In der ersten Show schafften es ebenfalls drei Songs ins Finale.

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Der Favorit war dabei die Elektropop-Nummer „Taken By A Stranger“.

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Neben ihr stehen noch „What Happened To Me“ von Stefan Raab und …

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…die Mainstream-Nummer „Maybe“ zur Wahl.

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Sollte ein Lied aus Raabs Feder den Sieg im Finale davontragen, dürfte er wegen eines Interessenskonfliktes das Finale des Eurovision Song Contests in Hannover nicht moderieren.

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Bei der ersten Show saßen neben Raab noch…

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… Stefanie Kloß, Frontfrau der Band „Silbermond“…

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…und „Der Graf“, Sänger der Formation „Unheilig“.

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Dieser Eindruck verfestigte sich am Montagabend noch dadurch, dass die ersten fünf Nummern alle ziemlich ruhig oder balladenartig daherkamen und erst die sechste so halbwegs den nötigen Eurovision-Schmiss hatte. Dies war jedenfalls das einzige Lied, für das sich das Studiopublikum so richtig begeistern konnte. Und von wem war's? Natürlich wieder von Raab. Jetzt sieht es ganz danach aus, dass nächste Woche Freitag (18. Februar) tatsächlich keine Produktion aus Los Angeles oder London gekürt wird, sondern wieder mal eine aus dem Raab-Reich Köln-Sülz.

Immerhin gab es diesmal eine Oppositionelle gegen den Sonnenkönig: Anke Engelke. In der ersten Sendung hatten sich die Urteile der Juroren auf einer Skala zwischen «toll» und «toller» bewegt, diesmal ging es teilweise richtig zur Sache, vor allem nach dem zweiten Song «Teenage Girls». Engelkes Kommentar: «Ich fand den Text so beknackt. Boah, fand ich den blöd!»

Raab, der alle Lieder mit ausgesucht hat, revanchierte sich mit dem Hinweis: «Das kann ich natürlich verstehen, dass Anke sich nicht mehr so gut in Teenage-Songs reinversetzen kann.» Das schien die 45-Jährige so witzig nicht zu finden, und Raab bemerkte das auch, stand prompt auf und umarmte sie. Doch während er das tat, hielt Engelke hinter seinem Rücken den erhobenen Mittelfinger in die Kamera.

Wer gut zuhörte, konnte manchen Merksatz auffangen, zum Beispiel: «Beim Hören muss es stimmen» (Lena). «Die Hook ist besser als die Bridge» (Gastjurorin Joy Denalane). Oder auch: «Ich bin der Meinung, dass es so Scheiße auch nicht war» (Raab).

Dazwischen war es mal mehr, mal weniger langweilig. Es gab vor allem sehr viel Werbung, so für ein Auto mit «Lena-Lenkrad» (oder war das eine Freudsche Fehlleistung mit «Leder-Lenkrad»?). So war es keine Überraschung, dass die Einschaltquote auf maue 1,82 Millionen Zuschauer fiel (5,5 Prozent Marktanteil).

Nun ist Raabs Fernsehvolk aufgerufen, Lenas Beitrag für den Eurovision Song Contest unter folgenden sechs Liedern zu ermitteln: «Maybe» (luftiger Mainstream), «Taken By A Stranger» (Elektropop-Nummer, Favorit der ersten Sendung), «What Happened To Me» (Raab-Lied Nummer 1), «A Million And One» (was Ruhiges, da braucht man Zeit, um reinzukommen), «Push Forward» (Piano-Ballade, Raab: «Ein Frauenlied»), Mama Told Me» (Raab-Lied Nummer 2). Fortsetzung folgt am 18. Februar.

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