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Dora Heldt: „Soziale Medien sorgen für Verrohung“

Die Hamburger Schriftstellerin Dora Heldt ärgert sich über schlechte Umgangsformen. Das menschliche Miteinander sei schlechter geworden, sagt sie. Sie glaubt zu wissen, woran das liegt.

Autorin Dora Heldt
Dora Heldt stellt eine Verrohung der Gesellschaft fest.
Foto: Christian Charisius/dpa

Hamburg (dpa). Die Bestsellerautorin Dora Heldt (59, „Urlaub mit Papa“) hat Probleme mit dem heute oft zu erlebenden menschlichen Miteinander – und gibt den sozialen Medien eine Mitschuld.

„Ich finde, es ist gerade keine gute Zeit. Es gibt einen unglaublich rohen Umgangston – kaum Gedanken von “Das macht man nicht„ oder “Das gehört sich nicht„“, sagte Heldt der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. Und sie erklärte: „Es gehört sich alles. Jeder bläst irgendwas raus – auch dieses “Privates öffentlich machen„ finde ich unerträglich.“ So könne sie es nicht leiden, Streit von anderen Leuten in der Öffentlichkeit mitanhören zu müssen. Oder wenn jemand vom Lokal, in dem er gerade isst, Fotos posted.

„Was ich ganz schlimm finde, ist der Umgangston, der oft herrscht – dieses Mail-Schreiben ohne Anrede, ohne “Herzliche Grüße„. Wenn jemand reinkommt, ohne “Guten Tag" zu sagen“, sagte die in Hamburg lebende Schriftstellerin. „Diese Verrohung und diese breitbeinige Egozentrik, die es so gibt, die finde ich erschreckend.“ Die Verrohung hat ihrer Meinung nach stark mit den sozialen Medien zu tun. „User hauen alles raus, was ihnen gerade durch den Kopf geht“, meinte Heldt, die in ihren Familienromanen zwischenmenschlichen Problemen meist mit Humor begegnet.

Aktuell ist ihr Werk „Drei Frauen, vier Leben“ bei dtv (München) erschienen. Am Mittwoch (10. November) feiert die Autorin ihren 60. Geburtstag.

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