Archivierter Artikel vom 16.07.2011, 12:44 Uhr
Mainz

Deep Purple begeistert mit Orchester

Fünf Rock- und 50 Orchestermusiker machen gemeinsame Sache: Deep Purple begeisterte am Freitagabend in Mainz beim Auftakt seiner Open Air-Tournee mit der Neuen Philharmonie Frankfurt rund 4500 Fans.

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Deep Purple
Seit Jahrzehnten ein eingespieltes Team: Ian Gillan (r) und Roger Glover.
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Deep Purple
Ian Gillan (r-l), Steve Morse und im Hintergrund Roger Glover voller Elan.
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Das angloamerikanische Quintett um Sänger Ian Gillan spielte im Zollhafen zwei Stunden lang Hits wie «Smoke On The Water» neben unbekannteren Songs aus ihrem 43-jährigen Schaffen.

Deep Purple
Bassist Roger Glover schlug die verschiedensten Töne an.
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Ohne Berührungsängste verbanden die Akteure an E-Gitarren, Blas- und Streichinstrumenten die verschiedenen musikalischen Welten von Hardrock, Klassik und Pop zu einem stimmigen Gesamterlebnis. Rock und Klassik ist längst eine selbstverständliche Verbindung. Über Kritikerpuristen kann Deep Purple getrost hinweggehen. Die Band war eine der ersten, die gegensätzlich erscheinende Welten verband. Bereits 1969 schuf der damalige Deep-Purple-Organist Jon Lord das Meisterwerk «Concerto for Group and Orchestra».

Deep Purple
Sie kamen kaum gegen die Kraft von Deep Purple an: die Neue Philharmonie Frankfurt.
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Beim Auftaktkonzert in Mainz wurde der Brückenschlag zwischen U(nterhaltungs)- und E(rnster) Musik von Rockern wie Klassikmusikern auf hohem Niveau vollzogen. Deep Purple ist längst selbst ein Klassiker. Von der langen Bandgeschichte zeugen an diesem Abend vergilbte T-Shirts und zahlreich ausgetauschte nostalgische Anekdoten ihrer Fans, die zu einem großen Teil genauso in die Jahre gekommen sind wie die Rockstars selbst. Wie zeitlos Deep Purple ist, zeigt ein beachtlicher Anteil auch junger Fans im Publikum.

Deep Purple
Ian Gillan kann das Publikum auch nach 43 Jahren noch begeistern
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Gegen die Wucht der unvermindert starken Stimme Gillans, der Gitarre von Steve Morse, dem Bass von Roger Glover, dem Schlagzeug von Ian Paice und dem Keyboard von Don Airey konnten Streicher, Holz- und Blechbläser trotz Überzahl mitunter kaum anspielen. Das sehr agile junge Orchester lieferte manchmal nur den dezenten Teppich für die Rocksongs.

Deep Purple
Auch ohne Ticket versuchten Fans einen Blick auf ihre Stars zu erhaschen.
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Doch es sorgte auch immer wieder für die magischen Momente des Konzerts. Den Philharmonikern gelang es, die Spannung und Dramatik der Deep-Purple-Songs zu steigern. Auch die psychedelischen Elemente der experimentierfreudigen Rockveteranen bekamen dann ihren zusätzlichen Reiz.

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4500 Fans zog es in den Mainzer Zollhafen.
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Die Rocklegenden gaben sich erfrischend unprätentiös. Frontmann Gillan winkte und grüßte immer wieder ins Publikum und war zu Scherzen aufgelegt. «Was für ein wunderschöner Abend hier an der Themse», meinte er mit Blick auf den direkt am Konzertgelände vorbeifließenden Rhein. Ansonsten röhrte, jaulte und schrie der 65-Jährige eindrucksvoll. Mit «Hush» als Zugabe verabschiedete Deep Purple sein rundum zufriedenes Publikum in einen lauen Sommerabend.

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