Archivierter Artikel vom 20.04.2020, 11:50 Uhr

Corona-Krise

Cellist Jan Vogler: „Es findet ein Umdenken statt“

Wie wird das Leben nach der Corona-Krise aussehen? Der Cellist Jan Vogler glaubt, dass ein neues Zeitalter anbricht.

Jan Vogler
Jan Vogler hat die Hoffnung für das Moritzburg Festival noch nicht aufgegeben.
Foto: Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa

New York/Dresden (dpa) – Der Cellist und Festspielintendant Jan Vogler sieht die Corona-Krise nicht nur als historischen Einschnitt in den Musikbetrieb. Er habe das Gefühl, dass für die Menschen ein neues Zeitalter anbricht, sagte der 56 Jahre alte Künstler.

„Es findet ein Umdenken statt, das weit über die Corona-Krise hinausgeht. Deshalb versuche ich, meine Sensoren darauf einzustellen.“ Er sehe die Krise auch als Chance, um ausgetretene Pfade zu verlassen und neue Lösungen für Probleme zu finden. Corona habe gezeigt, wie verletzlich die Welt ist: „Die Natur fordert Respekt von uns, wir haben das durch den technischen Fortschritt nur vergessen.“

Vogler kam Ende der 1990er Jahre mit seiner Frau – der Geigerin Mira Wang – nach New York. Zuvor hatte er als bis dato jüngster Konzertmeister in der Staatskapelle Dresden gespielt und danach eine erfolgreiche Karriere als Solist begonnen. Seit 2009 ist er Intendant der Dresdner Musikfestspiele, die er am vergangenen Donnerstag schweren Herzens absagen musste. Nun ruhen seine Hoffnung darauf, dass zumindest das von ihm verantwortete Moritzburg Festival für Kammermusik im August in irgendeiner Form stattfinden kann.

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