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    Berlin

    Spanier und Italiener feiern und trauern friedlich in Deutschland

    Ohne Ausschreitungen haben die Spanier in Deutschland ihren Sieg bei der Fußball-Europameisterschaft gefeiert - und die Italiener ihre Niederlage betrauert.

    Spanische Fans
    Fans der spanischen Fußball-Nationalmannschaft feiern auf einer Straße in Osnabrück.
    Foto: Friso Gentsch - DPA

    «Die spanischen Fans haben ausgelassen gefeiert, die Italiener sind nach Hause gegangen», sagte ein Sprecher der Kölner Polizei am frühen Montagmorgen. Tumulte oder Rangeleien habe es nicht gegeben. Es wurden Fahnen geschwenkt, Autokorsos fuhren durch die Stadt. Ähnlich sah es auch in anderen deutschen Städten aus. «Nur eine Paella-Pizza-Party gab es wie erwartet nicht.»

    In Berlin feierten und tanzten mehrere hundert Fans der spanischen Nationalmannschaft auf dem Ku'damm im Westen der Stadt. «Aber alles ganz ruhig, da wurde nichts beeinträchtigt - ein kleiner Korso», sagte ein Berliner Polizeisprecher. «Die Italiener sind betrübt, aber sie gehen nicht auf die Spanier los», hieß es aus Frankfurt am Main.

    Zuvor hatten zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule auf der größten deutschen Fanmeile vor allem Spanier und Italiener ihren Teams die Daumen gedrückt. Aber auch neutrale Fußballfans feierten drei Tage nach dem Halbfinal-Aus der deutschen Mannschaft noch einmal mit, sagte eine Sprecherin. Genaue Besucherzahlen wurden nicht genannt. Zum krönenden Abschluss gab es ein großes Feuerwerk. Auf der Fanmeile waren alle Deutschland-Spiele sowie die Halbfinals und das Finale zu sehen.

    In Hamburg hieß es: Anpfiff und Abpfiff bei «Schietwetter». So wie das Fanfest zur Fußball-Europameisterschaft vor mehr als drei Wochen in der Hansestadt begonnen hatte, so hörte es am Sonntagabend auch auf - im Regen und alles andere als sommermärchenhaft. Dennoch meldeten die Veranstalter noch einmal 5000 Besucher beim Public Viewing während des Endspiels auf dem Heiligengeistfeld. Waren es zu Beginn des Endspiels zunächst nur die Hartgesottenen im Nieselregen, strömten mit auflockerndem Himmel mehr Fans auf das Partyareal.

    «Das war ein sehr gut besuchtes, buntes und friedliches Fest», sagte eine Sprecherin. Wie auch bei den Fußball-Meisterschaften in den vergangenen Jahren, war auch bei dieser EM das Public Viewing auf großen Leinwänden bei den deutschen Fans sehr beliebt. Immer wieder kamen auch Anhänger anderer Mannschaften zu dem Rudelgucken.

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