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Diedersdorf

Merkel sieht keinen Grund für Kursänderung

dpa

CDU-Chefin Angela Merkel will trotz der Sorge in der Partei um mangelndes konservatives Profil keinen Kurswechsel.

Das Konservative gehöre zu den Wurzeln der CDU genauso wie das Liberale und das Christlich-Soziale, sagte sie am Sonntag vor Beginn einer Klausur des CDU-Präsidiums in Diedersdorf südlich von Berlin. Keine dieser drei Säulen sei für die Partei vernachlässigbar. «Alle drei machen die Kraft unserer Volkspartei aus», sagte die Kanzlerin. Gemeinsam mit der CSU müsse die CDU dafür Sorge tragen, dass es künftig keine Partei geben werde, die einen radikalen Charakter habe.

Vertriebenenpräsidentin Erika Steinbach hatte mit ihrem angekündigten Rückzug aus dem CDU-Vorstand die Debatte über das konservative Profil der Union neu angeheizt. Führende Vertreter des rechten Parteiflügels beklagen, dass sie in der CDU keine Heimat mehr hätten. Merkel sagte mit Blick auf Steinbach, sie werde alles dafür tun, dass die Stiftung «Flucht, Vertreibung, Versöhnung» schnell vorankomme.

Die CDU werde in den kommenden Monaten das Thema Integration stärker als bisher zum Schwerpunkt machen, kündigte Merkel an. Man wisse um die vielen Defizite in diesem Bereich. Es reiche aber als Partei mit Regierungsverantwortung nicht aus, auf die Probleme hinzuweisen. Die CDU müsse die Probleme auch lösen.

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