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    Duisburg

    Loveparade: DPG kritisiert Duisburger Stadtspitze

    Die Deutsche Polizeigewerkschaft hat nach der Massenpanik bei der Loveparade die Duisburger Stadtspitze und deren Informationspolitik kritisiert.

    «Federführend ist die Stadt. Polizei und Feuerwehr haben viel Erfahrung mit Großveranstaltungen. Praktisch nichts davon wurde umgesetzt», sagte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft, Erich Rettinghaus. Duisburgs Oberbürgermeister Sauerland (CDU) hatte das Sicherheitskonzept der Loveparade verteidigt und das Unglück auf «individuelle Schwächen» zurückgeführt.

    «Ich habe vor einem Jahr Duisburg als ungeeignet für die Loveparade abgelehnt und bin dafür als Spaßverderber und Sicherheitsfanatiker beschimpft worden», ergänzte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft, Rainer Wendt. «Aber die Verantwortlichen waren besessen von der Idee, etwas für diese gebeutelte Stadt zu tun. Ich bin alles andere als glücklich darüber, nun leider auf diese Weise bestätigt worden zu sein.»

    Die Polizeigewerkschaft hatte das Gelände des alten Güterbahnhofs abgelehnt. «Ein geschlossenes Gelände mit einer Kapazität von 250 000 Menschen passt nicht, wenn man mit mehr Besuchern rechnen muss. In Berlin kann man so etwas machen, in Duisburg nicht», sagte Rettinghaus.

    Auch der im April in Ruhestand gewechselte Duisburger Polizeipräsident Rolf Cebin habe «arge Bedenken» gehabt, sagte Rettinghaus. Wichtig sei bei solchen Massenveranstaltungen «eine Entzerrung der Besucherströme» und offenes Gelände. «Das Gegenteil wurde umgesetzt. Das passt alles hinten und vorne nicht.» Angesichts der Lautstärke der Loveparade sei es zudem äußerst fragwürdig, auf ein Kommunikationskonzept mit Lautsprecherdurchsagen zu setzen.

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