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    Washington

    IWF: Russland steht wegen Sanktionen vor Rezession

    Nach westlichen Sanktionen gegen Moskau wegen der Ukraine-Krise hat der Internationale Währungsfonds (IWF) der russischen Wirtschaft eine düstere Prognose ausgestellt. Es bestehe eine akute Rezessionsgefahr, warnte der IWF in Washington.

    Armut in Russland
    Armut in Moskau: Der Internationale Währungsfonds sieht eine Rezessionsgefahr für Russland.
    Foto: Maxim Shipenkov/Archiv - DPA

    Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im größten Land der Erde werde in diesem Jahr nur um 0,2 Prozent wachsen - statt der bisher veranschlagten 1,3 Prozent. Zudem rechnen die Experten mit einer massiven Kapitalflucht von rund 100 Milliarden US-Dollar (72,3 Milliarden Euro).

    Eine IWF-Mission hatte sich seit dem 15. April in Russland aufgehalten. Die Führung in Moskau kämpft mit Konjunkturproblemen, einem Wertverfall des Rubel und einem immer schlechteren Investitionsklima.

    Ein anhaltender Konflikt könne zu zusätzlichen Strafmaßnahmen und einem weiteren Vertrauensverfall führen, betonte der IWF. Dies könnte die Investitionen und das Wachstum weiter schmälern. Die russische Zentralbank wurde ermutigt, ihre Geldpolitik weiter zu lockern, um der Krise entgegenzuwirken. Erwartet wird eine Inflation von mehr als 6 Prozent.

    Auch das russische Finanzministerium hatte bereits schlechte Wirtschaftsaussichten und Kapitalflucht von Dutzenden Milliarden Dollar eingeräumt. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble bezeichnete Mitte April die Perspektive des Riesenreiches als «eher düster».

    Für den Mittwochabend wurde auch eine Entscheidung im IWF-Exekutivrat über Milliarden-Hilfen für die Ukraine erwartet. Es geht dabei um die Freigabe von geplanten Krediten in Höhe von 14 bis 18 Milliarden Dollar (10 bis 13 Mrd Euro) für die kommenden zwei Jahre.

    Dafür würden die Zusagen über vereinbarte Reformen und Sparmaßnahmen vonseiten der ukrainischen Übergangsregierung überprüft, hieß es in Washington. Der IWF erwarte, dass nach einer Freigabe des Programms weitere Hilfsgelder in Höhe von rund 15 Milliarden Dollar aus anderen internationalen Quellen in das wirtschaftlich und finanziell angeschlagene Land fließen.

    IWF-Regionalbericht über Zentral-, Ost- und Südost-Europa

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