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    Athen

    Hintergrund: Griechen vor drastischen Einschnitten

    Die Griechen müssen in den kommenden drei Jahren eine Herkules-Aufgabe stemmen. Insgesamt muss das Elf-Millionen- Einwohner-Land nach Angaben seines Finanzministeriums 30 Milliarden Euro sparen.

    Nur so kann Athen auf bis zu 110 Milliarden Euro Kredithilfen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Euro- Länder für drei Jahre hoffen. In Athen wurden am Sonntag die Grundzüge des erweiterten Sparprogramms bekannt:

    - GEHALTSKÜRZUNGEN: Im staatlichen Sektor wurden alle Zuschüsse der Gehälter um acht Prozent gekürzt. Bereits im März waren sie um sieben Prozent reduziert worden. In Griechenland machen die Zuschüsse anders als in anderen Staaten bis zu 80 Prozent des Monatseinkommens der Beamten aus. Zudem wurden die Löhne der Beschäftigten bei öffentlich- rechtlichen Unternehmen um drei Prozent gekürzt. Für Staatsbedienstete mit Bruttolöhnen ab 3000 Euro fällt das 13. und 14. Monatsgehalt weg. Wer weniger verdient, bekommt künftig 500 Euro zu Weihnachten, 250 Euro zu Ostern und 250 für seinen Urlaub.

    - EINSTELLUNGSSTOPP: Im staatlichen Sektor soll auf unbestimmte Zeit niemand eingestellt werden.

    - RENTENKÜRZUNGEN: Auch die Rentner, die mehr als 2500 Euro bekommen, sollen ihre 13. und 14. Monatsbezüge verlieren. Alle anderen sollen Weihnachten 400, Ostern 200 sowie für Urlaub 200 Euro bekommen. Rund 60 Prozent der Rentner verdienen bis 600 Euro im Monat.

    - STEUERERHÖHUNGEN: Die Mehrwertsteuer wird von 21 auf 23 Prozent erhöht - die zweite Anhebung seit Jahresbeginn. Auch die Steuern auf Tabak, Spirituosen und Kraftstoff steigen um zehn Prozent - zum dritten Mal seit Jahresbeginn. Schon zuvor war beschlossen worden, dass Immobilienbesitzer sowie Luxusgüter wie Autos und Yachten höher besteuert und hohe Einkommen mit einer Sondersteuer belegt werden.

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