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    Genf

    Extra: Rotes Kreuz rät von Massengräbern ab

    Experten der Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) helfen nach dem Erdbeben in Haiti nicht nur bei der Bergung sondern auch der Identifizierung der Leichen. Wichtig sei, dass die Angehörigen Gewissheit über das Schicksal ihrer Nächsten bekämen, hieß es am Donnerstag in Genf.

    Grundsätzlich sei es nicht nötig, wegen Seuchengefahr die Leichen sofort zu beerdigen oder zu verbrennen. «Es gibt das weit verbreitete Vorurteil, dass Leichen die Ursache für Epidemien bei Naturkatastrophen sein können», erläuterte IKRK-Forensikexpertin Ute Hofmeister. «Die Leichen von Menschen, die bei Naturkatastrophen sterben, verbreiten keine Krankheiten. Denn diese Menschen sind an einem Trauma und nicht an einer Krankheit gestorben.»

    Deswegen sollten unbedingt Massengräber oder -verbrennungen vermieden werden. Das verhindere nur, dass die Leichen später identifiziert werden können und verstärke das Leiden der Hinterbliebenen.

    Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte bereits bei früheren Naturkatastrophen immer wieder darauf verwiesen, das von Leichen bei derartigen Naturkatastrophen kaum Gefahr ausgehe - auch nicht für das Grundwasser. Gefährlicher sei verunreinigtes Trinkwasser, in dem sich Erreger befinden.

    Dagegen könne man sich an einer Leiche nur identifizieren, wenn die Wunden Krankheitskeime enthielten. Sollte es aber keine Möglichkeit geben, nicht identifizierte Leichen unterzubringen, so sei eine vorübergehende Beerdigung eine Möglichkeit, raten IKRK-Experten.

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