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    Neu Delhi

    Extra: Fahrtwind wie ein Fön – Bahnfahren in Indien

    Wer im Ausland von der Hitze-Panne der Bahn hört, hat oft nur ein müdes Lächeln übrig. Im Norden Indiens dauert die alljährliche Hitzewelle mit Temperaturen von weit über 40 Grad gewöhnlich von Ende April bis Anfang Juli. Wer in dieser Zeit mit der Bahn reisen muss, hat die Wahl zwischen zwei Extremen: frieren oder schwitzen.

    Fahrgäste der AC-Klassen, die eine Klimaanlage haben, sollten auch im Sommer Schal und Pullover einpacken. Dank einfacher und robuster Kühltechnik werden die Waggons mit den abgedunkelten und versiegelten Fenstern zu rollenden Eisschränken. Inder sind darauf eingestellt - und genießen. Touristen holen sich dagegen schnell einen Schnupfen.

    In den Wagenklassen ohne Klimaanlage ist es stickig heiß - doch wenigstens gehen die Fenster auf. Auch gibt es Dutzende Ventilatoren. Letztere sind laut, leisten aber gute Arbeit, so dass es auch bei größter Hitze im Zug immer ein bisschen angenehmer ist als auf dem Bahnsteig. Heiß bleibt es, deshalb sind indische Reiseprofis gut ausgestattet: mit Fächern, Handventilatoren und Getränken. Zudem meiden sie im Sommer den Platz am Fenster, wo einem der Fahrtwind wie ein Fön ins Gesicht bläst.

    Und überhaupt: Wenn in den Zügen der staatlichen Bahngesellschaft geklagt wird, dann über die manchmal stundenlangen Verspätungen. Zwar können die Reisenden daran genauso wenig ändern wie am Wetter, aber zumindest ist unstrittig, wer dafür verantwortlich zu machen ist.

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