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    Grenoble

    Ex-Teamchef Briatore: Ein Schumacher «gibt niemals auf»

    Michael Schumacher hat sich in seiner Karriere von Rückschlägen nicht bremsen lassen. Er ist ein Kämpfer. Einer, der niemals aufgibt - wie es Ex-Teamchef Flavio Briatore sagte.

    Gute Wünsche
    Gute Wünsche: "KeepFightingMichael" steht auf dem Mercedes-Rennwagen von Lewis Hamilton.
    Foto: Roman Rios - DPA

    Selbst seinen Fitness-Trainern konnte Michael Schumacher noch Einiges beibringen. «Wir haben damals gedacht, wir würden das Optimale leisten können, Michael hat uns dann gezeigt, welche Möglichkeiten es noch gibt», sagte der Leiter der Sportklinik in Bad Nauheim, Johannes Peil, einmal. In Bad Nauheim wurde Schumacher lange Zeit betreut. Schumachers ausgeprägte Physis half ihm schon häufiger. «Michael hat mehr als jeder andere die Stärke, das durchzustehen», hatte Ex-Weltmeister Jenson Button von McLaren geschrieben, als der schwere Skiunfall des mittlerweile 45-Jährigen vor einem Monat bekanntgeworden war.

    Am Donnerstag bestätigte Schumachers Managerin Sabine Kehm, dass die Ärzte damit begonnen haben, den siebenfachen Formel-1-Weltmeister aus dem künstlichen Koma zu holen. Dass Schumacher durchaus davon profitieren könnte, dass er in seiner Karriere stets Inbegriff des durchtrainierten Athleten war, hatte auch sein langjähriger Arzt Gérard Saillant in den ersten dramatischen Tagen nach der Einlieferung ins Universitätskrankenhaus von Grenoble zu verstehen gegeben. «Ein 70-Jähriger steckt so einen Unfall weniger weg als einer mit 45 Jahren. Oder ein Mann mit 45 Jahren, der weniger sportlich und in perfekter Kondition ist wie Michael Schumacher», hatte er betont.

    Der Professor muss es wissen: als Mediziner, Freund und langjähriger Wegbegleiter Schumachers. Saillant hatte den gebürtigen Kerpener nach dessen schwerstem Unfall in der Formel 1 operiert. 1999 erlitt Schumacher bei einem Einschlag mit dem Ferrari in die Streckenbegrenzung in Silverstone einen Schien- und Wadenbeinbruch. 98 Tage später saß er wieder hinter dem Steuer.

    Am 11. Februar 2009, als Schumacher seit gut zwei Jahren bereits im zwischenzeitigen Formel-1-Ruhestand war, verletzte er sich bei Testfahrten auf einem Rennmotorrad im spanischen Cartagena schwer. Er erlitt eine Fraktur des siebten Halswirbels und einer Rippe. Zudem zog er sich eine Fraktur im Bereich der Schädelbasis und eine in der Halswirbelsäule zu.

    Sechs Monate und einen Tag später musste Schumacher schweren Herzens ein Comeback für seinen ehemaligen Ferrari-Rennstall absagen. Am 23. Dezember 2009 stand aber fest: Schumacher, der Kämpfer, kehrt auf die Formel-1-Rennstrecken zurück. Er unterschrieb für drei Jahre beim deutschen Werksteam Mercedes.

    Ende 2012 beendete Schumacher dann seine einzigartige Formel-1-Karriere. «Er gibt niemals auf», sagte Flavio Briatore, nachdem er von Schumachers Skiunfall am 29. Dezember in Méribel gehört hatte. Der Italiener war 1994 und 1995 Benetton-Teamchef, als Schumacher seine beiden ersten von insgesamt sieben WM-Titeln holte.

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