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    Berlin

    Experte: Risiko bei Gefangenenaustausch

    Der Gefangenenaustausch zwischen Israel und den Palästinensern könnte die Hamas nach Einschätzung eines Nahost-Experten zu weiteren Entführungen ermuntern.

    Gefangenenaustausch nicht unumstritten
    Pappfiguren von Schalit in Jerusalem (aufgenommen am 21.12.2009): Um den Gefangenenaustausch habe sich beinahe eine Hysterie entwickelt, meint der israelische Historiker Tom Segev. Archiv
    Foto: Jim Hol - DPA

    «Ich glaube, das Modell hat sich als erfolgreich für die Hamas erwiesen», sagte der Leiter der Stiftung Wissenschaft und Politik, Prof. Volker Perthes, im ZDF-Morgenmagazin. Israel und die radikalislamische Hamas hatten den Tausch von 1027 palästinensischen Gefangenen gegen den israelischen Soldaten Gilad Schalit vereinbart. Die spektakuläre Aktion hat begann heute am frühen Morgen.

    Nach Ansicht des Experten war der junge Mann möglicherweise bereits mit diesem Ziel gekidnappt worden. «Wenn man jemanden entführt in diesen Auseinandersetzungen im Nahen Osten», sagte Perthes, «dann will man einen Preis dafür haben.» Ein Zeichen für Entspannung in Nahost sei der Gefangenenaustausch daher eher nicht.

    Auch der israelische Historiker und Journalist Tom Segev nannte den Austausch eines einzelnen Soldaten gegen etwa 1000 Palästinenser nicht unumstritten. Die Hälfte der nun freigelassenen Palästinenser seien «wirklich üble Mörder», betonte der Historiker im Deutschlandradio Kultur. «Das ist nicht einfach für die Familien von den Terroropfern. Viele von ihnen, nicht alle, sind dagegen.»

    Um den Austausch habe sich in Israel fast schon eine Hysterie entwickelt, sagte Segev. «Die ganze Sache ist zu einer fast national-religiösen Affäre geworden.» Der Familie des vor über fünf Jahren gefangen genommenen israelischen Soldaten sei es gelungen, den Namen «Tag für Tag» in den Nachrichten zu halten: «Sie haben sehr, sehr starken und intelligenten Druck ausgeübt.»

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