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    Potsdamdpa-Gespräch: Experte erwartet starke Nachbeben

    Das schwere Erdbeben in Chile ist das fünftstärkste Beben gewesen, dass jemals gemessen wurde. «Ein Beben der Stärke 8,3 bis 8,8 hat mehr als 100 Mal so viel Kraft wie das Erdbeben von Haiti mit einem Wert von 7,1 Anfang des Jahres.»

    Das sagte Jochen Zschau vom Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ in Potsdam der Deutschen Presse-Agentur dpa. In den kommenden Tagen, Monaten, wenn nicht sogar Jahren müsse mit zum Teil schweren Nachbeben gerechnet werden. «Einige davon könnten noch stärker als das Beben von Haiti sein», sagte er.

    An den Rändern der tektonischen Platten hatten sich über einen langen Zeitraum starke Spannungen aufgebaut, die sich nun schlagartig entladen hätten, sagte der Wissenschaftler. Dabei seien enorme Bewegungen in Gang gesetzt worden. Nun müsse genau festgestellt werden, wie die Bewegungen abliefen und wie sie verursacht wurden.

    Die Nasca-Platte - sie ist die Ursache vieler schwerer Erdbeben und Tsunamis in Chile - schiebe sich beispielsweise mit etwa sechs bis sieben Zentimetern im Jahr unter Südamerika. Daneben rutsche der Kontinent etwa zwei bis drei Zentimeter pro Jahr in Richtung Westen. «Beide Bewegungen kollidieren miteinander und führen so zu großen Spannungen», sagte er.

    Beim Haiti-Beben am 12. Januar habe es enorme Bewegungen an der Grenze zwischen karibischer und nordamerikanischer Platte gegeben, erinnerte Zschau. Die kleinere karibische rutsche dort rund sieben Millimeter im Jahr Richtung Osten an der nordamerikanischen Platte vorbei.

    Weltweit gibt es im Schnitt nur einmal im Jahr ein Erdbeben mit der Magnitude 8 und mehr. Zehnmal bebt es durchschnittlich mit der Stärke 7.

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