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    Hamburg

    Chronologie: Skandale in der Bundeswehr

    Die schikanösen Aufnahmerituale in der Kaserne im oberbayerischen Mittenwald erinnerten an frühere Bundeswehr-Skandale. Die Deutsche Presse-Agentur dpa dokumentiert einige Fälle:

    2006: Berichte über obszöne Praktiken in einem Fallschirmjäger- Bataillon im pfälzischen Zweibrücken sorgen für Aufsehen. So wurde einem Mann bei einer Feier 2005 Obst zwischen die entblößten Pobacken gesteckt und mit einem Paddel darauf geschlagen. Im Juni 2008 verurteilt das Amtsgericht Zweibrücken einen Hauptmann zu 2000 Euro Geldstrafe, weil er das «entwürdigende Verhalten» seiner Untergebenen geduldet habe.

    2004: Misshandlungen in einer Ausbildungskompanie im westfälischen Coesfeld schockieren die Öffentlichkeit. Um das Verhalten bei Geiselnahmen zu trainieren, wurden Rekruten in der Freiherr-vom- Stein-Kaserne bei «Verhören» gefesselt, getreten, geschlagen und mit Stromstößen traktiert. Später werden mehrere Ausbilder zu Bewährungsstrafen verurteilt.

    1996: Auf dem Truppenübungsplatz Hammelburg (Bayern) drehen Gebirgsjäger ein Video mit Hinrichtungs- und Vergewaltigungsszenen. Ein Soldat zeigt den Hitlergruß. Später gelangt das Band in den Besitz des Fernsehsenders SAT.1, der einige brutale Szenen ausstrahlt. 1998 stellt die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen ein. Der Film stelle keine Verherrlichung oder Verharmlosung von Gewalttätigkeiten dar. Rechtsextremistische Tendenzen seien nicht erkennbar.

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