40.000

BerlinChronologie: Der holprige Weg zur Demokratie

dpa

Massenproteste haben Ägyptens Herrscher Husni Mubarak im Februar 2011 nach fast 30 Jahren an der Staatsspitze zum Rücktritt gezwungen. Das Militär übernahm die Macht und Ägyptens holpriger Weg zur Demokratie begann.11. Februar 2011: Mubarak setzt sich nach Scharm el Scheich ab, ein Oberster Militärrat übernimmt die Macht. Der Ex-Präsident landet in Untersuchungshaft, wegen seines schlechten Gesundheitszustandes in einem Krankenhaus.8. Juli: Zehntausende unzufriedene Revolutionäre protestieren in Kairo gegen die Übergangsregierung und den Militärrat.3. August: Der Prozess gegen Mubarak beginnt. Wegen seiner Mitverantwortung am Tod von 846 Menschen während der Unruhen und weiterer Verbrechen droht ihm die Todesstrafe.18. November: Hunderttausende fordern auf dem Tahrir-Platz, der Militärrat müsse die Macht bald an eine zivile Regierung übergeben.22. November: Der Militärrat kündigt die Präsidentenwahl für Juni 2012 an. Kurz darauf will das Militär die Macht abgeben. Dennoch gehen die Straßenkämpfe weiter.28. November: Die erste Parlamentswahl der neuen Epoche beginnt.7. Dezember: Eine neue Übergangsregierung wird vereidigt. Die Minister sind zum Teil Funktionäre aus der Ära Mubarak.3./4. Januar 2012: Islamistische Parteien gewinnen bei der Parlamentswahl zusammen mehr als 70 Prozent der 498 Mandate. Stärkste politische Kraft sind die Muslimbrüder mit 45,7 Prozent.11. Februar: Zum Jahrestag von Mubaraks Sturz ruft die Opposition zu Streiks und Kundgebungen auf, um den Militärrat zur Aufgabe der Macht zu bewegen.26. Februar: Die Muslimbrüder kommen mit 58,3 Prozent der Stimmen auf 105 der 180 zu besetzenden Sitze in der beratenden Schura (zweite Parlamentskammer). Die radikalislamischen Salafisten erringen 45 Mandate, die liberale Wafd-Partei 14. Die Schura hat 270 Sitze. Ein Drittel wird vom Staatsoberhaupt bestimmt. Gewählt wurde in mehreren Etappen.14. April: Die Wahlkommission lässt Ex-Geheimdienstchef Omar Suleiman und neun weitere Bewerber nicht als Kandidaten für die Präsidentenwahl zu.23./24. Mai: Bei der ersten Runde der Präsidentenwahl erreichen Mohammed Mursi, der Kandidat der Muslimbruderschaft, und Ahmed Schafik, letzter Regierungschef Mubaraks, die Stichwahl.2. Juni: Ein Gericht in Kairo verurteilt Mubarak zu lebenslanger Haft. Tausende demonstrieren gegen das ihrer Meinung nach zu milde Urteil.14. Juni: Das Verfassungsgericht erklärt den Ablauf der Parlamentswahl für ungültig. Das Unterhaus das Parlaments habe seine Legalität verloren, da ein Drittel der Sitze nicht verfassungsgemäß gewählt worden sei. Zugleich bestätigt das Gericht die Rechtmäßigkeit der Kandidatur von Schafik.16./17. Juni: Stichwahl um das Präsidentenamt zwischen Mursi und Schafik.19. Juni: Durch neue Verfassungszusätze lässt der Militärrat die Macht des Präsidenten drastisch einschränken. Er ist nicht mehr Oberbefehlshaber der Streitkräfte und hat keine Budgethoheit mehr.24. Juni: Nach langem Warten erklärt die Wahlkommission Mursi zum Sieger der Stichwahl. Mit knapp 52 Prozent siegte er über Schafik.

Berlin (dpa) - Massenproteste haben Ägyptens Herrscher Husni Mubarak im Februar 2011 nach fast 30 Jahren an der Staatsspitze zum Rücktritt gezwungen. Das Militär übernahm die Macht und Ägyptens holpriger ...

Lesezeit für diesen Artikel (667 Wörter): 2 Minuten, 54 Sekunden
Jetzt weiterlesen

Sie sind bereits Abonnent der Zeitung und haben noch keine Zugangsdaten? Hier kostenlos registrieren

 

Alle Angebote im Überblick.

Fragen? Wir helfen gerne weiter:
Telefonisch unter 0261/9836-2000 oder per E-Mail an: aboservice@rhein-zeitung.net

Brennpunkt
Meistgelesene Artikel