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Becherbacher Bürgermeister: Vermieter von leerstehenden Gebäuden sollten wachsamer sein

Becherbach/Meisenheim – Er musste um „seine“ Gemeinde bangen: Ortsbürgermeister Manfred Denzer (57) berichtet im Interview über die Geschehnisse um den Becherbacher Waffenfund und zieht Konsequenzen für die Zukunft.

Bei der Explosion zersprangen einige Scheiben im Umfeld der Detonation. Dazu Bürgermeister Denzer: "Nicht auszudenken, was in unserem Dorf hätte passieren können."
Bei der Explosion zersprangen einige Scheiben im Umfeld der Detonation. Dazu Bürgermeister Denzer: "Nicht auszudenken, was in unserem Dorf hätte passieren können."

Gebäudebesitzerin Christel Bäcker vor der Scheune, die sie an den Militaria-Fan Kurt N. (62) aus Hundsbach vermietet hatte.
Gebäudebesitzerin Christel Bäcker vor der Scheune, die sie an den Militaria-Fan Kurt N. (62) aus Hundsbach vermietet hatte.

Herr Denzer, wie geht es Ihnen jetzt?

Die sehr große Anspannung ist inzwischen weitgehend verflogen. Die Bewohner und ich selbst sind erleichtert. Nicht auszudenken, was in unserem Dorf hätte passieren können. Dies wird uns von Tag zu Tag klarer.

Wie haben sich Ihre Mitbürger verhalten?

Ich bin dankbar, dass sich alle einsichtig, verständnisvoll und besonnen verhielten. Auch den Einsatzkräften gilt ein großes Lob. Alles ging ohne Panik über die Bühne. Alle Einwohner sind meines Wissens wohlbehalten zurückgekehrt. Nun ist eine Art von Normalität eingetreten. Die Sache hat sich beruhigt. Viele Bürger gehen wieder ihrer gewohnten Arbeit nach. Natürlich wird das Geschehene in den nächsten Wochen viel Gesprächsstoff hergeben und in die Dorfgeschichte eingehen.

Hat wirklich niemand im Dorf etwas vom riesigen Waffenlager gewusst?

Ich wurde erst am Freitag damit konfrontiert und gehe davon aus, dass hier keiner geahnt hat, welche Mengen an Waffen, Munition und Sprengstoff in der Scheune gelagert wurden – auch die Vermieterin der Scheune, in der sich die Waffen befanden, nicht, sonst wäre sicher viel früher eingeschritten worden.

Wie geht es weiter?

Die durch die Explosion entstandenen Schäden – zersprungene Scheiben an der Aussegnungshalle und an privaten Gebäuden am Ortsrand – müssen erfasst werden.

In den Dörfern sollten aus den Geschehnissen Lehren gezogen werden. Wenn leer stehende Gebäude vermietet werden, sollte der Eigentümer kritisch prüfen, was eingelagert werden soll und wird.

Die Fragen stellte Klaus Dietrich

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