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    Magdeburg

    Stieglitz verteidigt Titel – Wunschgegner Abraham

    Vom Freund bekämpft, von den Fans bejubelt, von der Schwiegermutter in einen «Nahkampf» verwickelt: Nach seiner zweiten WBO-Pflichtverteidigung durfte sich Boxer Robert Stieglitz wie Jedermanns Liebling fühlen.

    Pflichtverteidigung
    Boxpromoter Ulf Steinforth (m) posiert mit Weltmeister Robert Stieglitz (r) und Herausforderer Eduard Gutknecht.

    Doch der 28-jährige Magdeburger dachte trotz lädierter Hand und Geburtstagstorte von Trainer-Altmeister Fritz Sdunek nur an seinen Wunschgegner Arthur Abraham. «Das ist mein großer, mein heimlicher Wunsch», sagte der Supermittelgewichtler nach dem Sieg vor heimischer Kulisse in Magdeburg gegen seinen Freund Eduard Gutknecht. Mit dem Erfolg gegen den Gifhorner hatte Stieglitz sogar den eigentlichen Hauptkampf des Abends in den Schatten gestellt. In diesem hatte der Schweriner Sebastian Zbik den Rückkampf um die Interims-Weltmeisterschaft der WBC gegen Domenico Spada gewonnen.

    Zuvor hatten sich Stieglitz und Gutknecht zwölf Runden lang einen «Abnutzungskampf» geliefert, der die 4000 Zuschauer in der Bördelandhalle begeisterte. «Das war ein super Kampf an einem super Abend. Im Ring schließt man die Freundschaft aber komplett aus», meinte der unterlegene Gutknecht. «Es war eine riesige Herausforderung», konstatierte Stieglitz.

    Ähnlich hartnäckig wie sein Jugendfreund zeigte sich nach dem Schlussgong auch die Schwiegermutter von Stieglitz, die ihn vor Freude in einen «Nahkampf» voller Umarmungen verwickelte. «Er ist der Beste», meinte Schwiegermutter Brigitte, die den Mann ihrer Tochter Anna anzuspornen weiß. «Manchmal spricht sie als Belohnung für einen Sieg eine hausgemachte Suppe aus», verriet der Lokalmatador.

    An Wunschgegner Abraham, IBF-Weltmeister im Mittelgewicht, konnte Stieglitz zwar einige Gedanken verschwenden, doch seine Partylaune kannte Grenzen. «Ich habe mir in der dritten Runde vielleicht eine Prellung in meiner rechten Hand zugezogen», sagte der Normalausleger. Aufheiterung kam aber sofort von Sdunek, der zu seinem 63. Geburtstag am Sonntag eine Torte bekam. «Iss erstmal mal was, damit du groß und stark wirst», neckte er den Magdeburger.

    Genauso erfolgreich wie Stieglitz hatte sich Zbik präsentiert. Der 28-Jährige hatte zwar Probleme mit dem leidenschaftlich boxenden Italiener Spada, doch am meisten brachten ihn seine Betreuer aus dem Rhythmus. «Das war ein bisschen schwierig, weil von allen Seiten etwas kam», meinte der Mittelgewichtler. Lautstark hatte ihm in der Ringecke nicht nur sein Trainer Artur Grigorian Ratschläge erteilt, sondern auch Assistent Michael Timm - und vom Zuschauerparkett aus sein ehemaliger Coach Sdunek, der erstmals nicht offiziell an Zbiks Seite war. «Er hat heute den Grundstein gelegt, einmal richtiger Weltmeister zu werden», bilanzierte das Geburtstagskind.

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