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Bridgetown

Deutsche Boxerinnen beim WM-Debüt medaillenlos

dpa

Deutschlands Boxerinnen haben bei ihrem WM-Debüt ein nachhaltiges Achtungszeichen gesetzt. Der erste Medaillengewinn ist ihnen bei den Titelkämpfen in Bridgetown auf Barbados allerdings versagt geblieben.

Maike Klüners (Düsseldorf/Feder), Andrea Strohmaier (Welter) und Ulrike Brückner (beide Augsburg/Mittel) schieden in den Viertelfinals erhobenen Hauptes aus. «Viele hatten noch keine internationale Hausnummer und sehr schwere Gegnerinnen. Ich bin sehr stolz auf unser Team», sagte Aktivensprecherin Brückner nach der ersten offiziellen deutschen WM-Teilnahme.

Die 33 Jahre alte Mittelgewichtlerin verlor in der Runde der besten Acht gegen Europameisterin Lilia Durnjewa aus der Ukraine mit 4:9 nach Punkten. «Eine sehr gute Leistung gegen eine starke Gegnerin», lobte Verbandspräsident Jürgen Kyas. Weltergewichtlerin Strohmaier hatte gegen Vize-Weltmeisterin Yang Ting Ting (China) mit 7:10 das Nachsehen, nachdem sie das Geschehen bis zum letzten Gong offen gehalten hatte. «Andrea hat mutig und offensiv gekämpft. Sie hat noch viel Potenzial», sagte Cheftrainer Valentin Silaghi.

Auch Maike Klüners lieferte trotz der 7:10-Niederlage gegen Rim Jouini aus Tunesien ein überzeugendes WM-Debüt ab. «Ich habe mich nicht als Verliererin gefühlt. Vieles wurde nicht gewertet», schimpfte die 24 Jahre alte Düsseldorferin und kündigte an: «Ich will bis 2016 und den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro boxen.»

Die Chefetage des Deutschen Boxsport-Verbandes (DBV) war mit dem Einstand in der Weltelite zufrieden, zumal die Vorbereitung sehr kurz und finanziell nicht eben auf Rosen gebettet war. «Wir sind unter den 10 besten Nationen der Welt. Die WM war das Startsignal für eine erfolgreiche Zukunft des deutschen olympischen Frauen-Boxens», sagte Sportdirektor Michael Müller. Der DBV werde alle Anstrengungen unternehmen, um die Rahmenbedingungen für das Frauen-Boxen weiter zu verbessern.

Das wird auch nötig sein, um beim olympischen Debüt des Frauen-Boxens 2012 in London im Ring präsent zu sein. «Das ist das Ziel, für das ich trainiere, lebe und kämpfe», sagte Ulrike Brückner. Die olympische Box-Premiere ist auf drei Gewichtsklassen limitiert. Europa hat pro Gewichtsklasse lediglich vier Startplätze.

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