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Berlin

Rente mit 63: Auch der Mutterschutz soll zählen

Die Bundesregierung will eine Panne im Gesetz zur Einführung der Rente mit 63 nachbessern: Bisher werden Mutterschutzzeiten nicht auf die 45 Beitragsjahre angerechnet, die erforderlich sind, um mit 63 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen zu können.

Während des Mutterschutzes ist es Frauen verboten zu arbeiten. Betroffene berufstätige Mütter müssen für die Rente mit 63 also bislang mindestens zwei Monate länger arbeiten als Männer.

Diese Ungleichbehandlung will das Sozialministerium rasch beseitigen. "Wegen des erkennbar engen Zusammenhangs zwischen dem Mutterschutz und Kindererziehungszeiten wird die Bundesregierung prüfen, ob eine Änderung des geltenden Rechts angezeigt ist", sagte eine Sprecherin des Ministeriums.

Kindererziehungszeiten, Zeiten der Arbeitslosigkeit oder des Krankengeldbezuges werden anerkannt, wenn es um den Nachweis der 45 Beitragsjahre geht. Der Mutterschutz dagegen wird bisher als "beitragsfreie Zeit" eingestuft.

Werdende Mütter dürfen sechs Wochen vor der Entbindung und bis zum Ablauf von acht Wochen nach der Entbindung nicht beschäftigt werden. Eine berufstätige Mutter ist gegenüber einem Mann mit vergleichbarer Biografie also bisher benachteiligt, weil nur sie schwanger werden kann. mar

Berliner Büro
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