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Berlin/Brüssel

Gipfel in Brüssel: EU lässt Flüchtlinge sitzen

Vor der italienischen Küste wurden erneut 700 Flüchtlinge aus Afrika aus dem Mittelmeer gerettet. Doch während der Flüchtlingsstrom nicht abreißt, will die Europäische Union an ihrer bisherigen Politik festhalten.

Foto: dpa

Von unserer Berliner Korrespondentin Rena Lehmann

Weder die Verteilung der Flüchtlinge in Europa noch das Asylverfahren soll geändert werden. "Ich habe den Eindruck, dass alle sehr betroffen schauen, dass praktisch aber nichts passiert", kritisierte Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Denkweise, "dass man sich eigentlich abschotten muss, weil sonst viel zu viele kämen", hält sie für "absurd".

Mehr als 400 Menschen sind in den vergangenen Wochen bei dem Versuch ums Leben gekommen, von Afrika aus nach Europa zu fliehen. In einer gemeinsamen Erklärung kündigten die EU-Mitgliedstaaten "konsequente Maßnahmen" an. Die europäische Grenzschutz-Agentur Frontex soll mehr Personal erhalten. Weiter reichende Änderungen im Asylverfahren lehnen die meisten Staaten, darunter auch Deutschland, jedoch ab. Göring-Eckardt forderte, die Flüchtlinge müssten "auf legale Art" nach Europa gelangen und Asyl beantragen können. "Es muss sofort aufhören, dass Flüchtlinge noch auf dem Meer in ihre Herkunftsländer zurückgeschickt werden, statt sie zunächst einmal zu retten", sagte sie.

Berliner Büro
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