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    Berlin

    25 Jahre nach dem Mauerfall: Die Linke entschuldigt sich für DDR-Unrecht

    Die Linkspartei hat sich als Nachfolgepartei der SED zum 25. Jahrestag des Mauerfalls erneut für das begangene Unrecht in der DDR entschuldigt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) distanzierte sich unterdessen scharf von der Linken.

    In Berlin feierten mehr als eine Million Menschen den 25. Jahrestag des Mauerfalls. Als Höhepunkt stiegen 7000 Ballons auf, die entlang der früheren Grenze aufgereiht waren. Die Linke, Nachfolgepartei der SED, nutzte den Jahrestag, um sich für das Unrecht in der DDR zu entschuldigen.
    In Berlin feierten mehr als eine Million Menschen den 25. Jahrestag des Mauerfalls. Als Höhepunkt stiegen 7000 Ballons auf, die entlang der früheren Grenze aufgereiht waren. Die Linke, Nachfolgepartei der SED, nutzte den Jahrestag, um sich für das Unrecht in der DDR zu entschuldigen.
    Foto: dpa

    Von unserer Berliner Korrespondentin Rena Lehmann

    Die CDU-Chefin hat sich in die Debatte um die Deutung des DDR-Regimes eingeschaltet. „Die DDR war ein Unrechtsstaat“, betonte Merkel bei der zentralen Gedenkfeier in Berlin. Das damalige Regime der Sozialistischen Einheitspartei nannte sie „ideologiebesessen“.

    Der Liedermacher und DDR-Oppositionelle Wolf Biermann hatte die Abgeordneten der Linkspartei zuvor im Bundestag als „elenden Rest“ des Regimes beschimpft. Merkel hatte Biermann nach seinem streitbaren Auftritt im Parlament umarmt. Merkel sagte am Wochenende auf dem CDU-Landesparteitag Mecklenburg-Vorpommern mit Blick auf eine rot-rot-grüne Koalition in Thüringen, dass die Linke an die Macht wolle, sei natürlich. Dass die SPD als andere Volkspartei neben der CDU das mitmacht, bezeichnete sie als „Problem“. Merkel nannte es „beklemmend“, dass die Diskussion über DDR-Unrecht immer wieder geführt werden müsse.

    Die Linke äußert sich zu DDR-Regime

    Die Parteivorsitzenden der Linken, Katja Kipping und Bernd Riexinger, gaben am Wochenende unterdessen eine gemeinsame Erklärung ab, wonach die DDR ein Staat war, „in dem die politische Willkür jederzeit Recht und Gerechtigkeit ersetzen konnte, in dem Zehntausende Biografien durch staatliches Unrecht gebrochen und zerstört wurden“. Die Nachfolgepartei der SED, die PDS, hatte sich bereits 1990 für die Vergehen entschuldigt. In der aktuellen Erklärung der Linken heißt es nun: „Heute erneuern wir die Entschuldigung für begangenes Unrecht und das Bekenntnis, dass wir Demokratie und Rechtsstaat wie zwei Augäpfel zu hüten haben.“ Linken-Vorsitzende Katja Kipping verwies aber auch darauf, dass sich die Hoffnungen vieler Ostdeutscher mit dem Mauerfall nicht erfüllt hätten. „Es gibt noch viel zu tun im Sinne einer Verwirklichung von Demokratie, Freiheit und Sozialismus“, sagte Kipping.

    Während sich Ost- und Westdeutsche in ihren Werten neuen Studien zufolge immer ähnlicher werden, sind die Lebensbedingungen noch unterschiedlich. Die Lebenserwartung liegt bei Männern im Westen (78 Jahre) noch mehr als ein Jahr über der der Männer im Osten (76,6). Die Wirtschaftskraft liegt im Westen bei 35 391 Euro, im Osten bei nur 23 585 Euro pro Einwohner.

    Gorbatschow als Fürsprecher für Waldimir Putin

    Die Bundeskanzlerin appellierte in ihrer Festrede, Lösungen für die internationalen Konflikte in der Ukraine, in Syrien und im Irak zu finden. „Wir können die Dinge zum Guten wenden, das ist die Botschaft des Mauerfalls“, sagte sie.

    Der damalige sowjetische Regierungschef Michail Gorbatschow erhob bei seinem Besuch in Berlin schwere Vorwürfe gegen den Westen. „Die Welt ist an der Schwelle zu einem neuen Kalten Krieg. Manche sagen, er hat schon begonnen“, sagte er mit Blick auf den Ukraine-Konflikt. Versprechen nach der Wende 1989 sind aus seiner Sicht nicht gehalten worden. Er will heute bei der Kanzlerin als Fürsprecher von Wladimir Putin auftreten.

    Gorbatschow war einer der zahlreichen Ehrengäste bei den Feierlichkeiten in Berlin. Höhepunkt waren 7000 Ballons entlang des früheren Grenzverlaufs, die am Abend in den Himmel schwebten.

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