Der erste Eindruck täuscht – Kurztest: Peugeot e-308 GT (54 kWh)

Von Mario Hommen, SP-X
Seinen kompakten 308 bietet Peugeot ab sofort auch mit 48-Volt-Mildhybrid-Benziner an
Seinen kompakten 308 bietet Peugeot ab sofort auch mit 48-Volt-Mildhybrid-Benziner an Foto: Peugeot

Als GT macht der e-308 äußerlich auf kernig klingenden Kompaktsportler. In Wahrheit schlummern jedoch ganz andere Talente in ihm.

Lesezeit: 2 Minuten
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SP-X/Köln. Peugeot hat zum Modelljahr 2024 dem Kompaktstromer e-308 mehr Leistung und eine um 3 auf 54 kWh vergrößerte Batterie gegönnt. Mehr ist mehr – das zeigt sich auch in diesem Fall. Doch selbst das ist nicht für jeden Fall genug.

Seinen kompakten 308 bietet Peugeot ab sofort auch mit 48-Volt-Mildhybrid-Benziner an
Seinen kompakten 308 bietet Peugeot ab sofort auch mit 48-Volt-Mildhybrid-Benziner an
Foto: Peugeot

Der erste Eindruck:

Die GT-Version des e-308 mit 18-Zoll-Rädern und Schwarzakzenten kann sich sehen lassen
Die GT-Version des e-308 mit 18-Zoll-Rädern und Schwarzakzenten kann sich sehen lassen
Foto: Peugeot

Unser Testexemplar wirkt als GT mit Schwarzakzenten, Fake-Auspuffblenden und 18-Zoll-Rädern eigentlich wie ein frech dröhnender Krawallo. Zugleich ist der 4,37 Meter lange Fünftürer ein Kompakter im klassischen und damit besten Sinne. Platzangebot und Ergonomie überzeugen. Das Cockpit bietet schicke Displayflächen sowie Auge und Tastsinn schmeichelnde Oberflächen. Lediglich das kleine, tief montierte Lenkrad ist gewöhnungsbedürftig.

Die Metallrahmen in der unteren Heckschürze könnte man für Auspuffblenden halten. Doch Abgase kommen da nicht mehr raus
Die Metallrahmen in der unteren Heckschürze könnte man für Auspuffblenden halten. Doch Abgase kommen da nicht mehr raus
Foto: Peugeot

Auf der Straße:

Der Peugeot e-308 ist wirklich schick eingerichtet
Der Peugeot e-308 ist wirklich schick eingerichtet
Foto: Peugeot

Dröhnender Krawallo? Von wegen. Der e-308 fährt elektrisch und deshalb super leise. Im Sportmodus prescht er auf Wunsch dennoch frech wie eine Knallbüchse vor. Der 115 kW/156 PS starke Frontmotor wirkt mit seiner linearen Beschleunigung spritzig. Die Höchstgeschwindigkeit ist schnell erreicht, zumal sie bei 170 km/h penibel gedeckelt wird. Zum Reichweiten-Riesen reicht es trotz Speicherplus und effizienterem Motor nicht. Der Bordcomputer verspricht bei vollem Akku zum Start zwar stets um 400 Kilometer, doch bei frostigen Temperaturen auf der Autobahn mit Tempo 120 kann es eng werden, über 200 Kilometer zu kommen. Bei diesem eher moderaten Reisetempo steigt der Verbrauch auf über 20 kWh. Schnelles Laden ist auch nicht seine Stärke. Wird nach einer Tour draußen in der Kälte geparkt, gibt es am nächsten Morgen weiteren Reichweitenschwund. Gelegentlich sahen wir uns mit einem fast vergessen geglaubten Phänomen konfrontiert: Reichweitenangst.

Die Kosten:

Fast 45.000 Euro sind es für den e-308 in der Basisversion, die allerdings mit der bereits gut bestückten Ausstattung Allure startet. Über 47.000 Euro sind für die Top-Ausstattung GT. Das ist für ein Kompaktmodell eine stolze Summe. Mittlerweile allerdings auch für einen Kompaktstromer, denn viele Elektro-Mitbewerber des e-308 sind günstiger zu haben.

Die Konkurrenten:

Seit dem Ende der Umweltprämie sind E-Auto-Preise in Bewegung geraten und einige Mitbewerber des e-308 deutlich günstiger geworden. Dazu gehören der MG4 mit 51 kWh (ab 35.000 Euro), VWs ID.3 (58 kWh/33.000 Euro) und BYD Dolphin (45 kWh/30.000 Euro). Nissans Leaf (39 kWh) und GWM Ora 03 (48 kWh) sind es nur noch 27.700 bzw. 27.000 Euro. Angesichts der derzeit tobenden Rabattschlacht hat der e-308 einen schweren Stand.

Zum Schluss:

Der e-308 ist ein Charmeur mit vielen guten Eigenschaften. Dank E-Antrieb ist er zudem umweltfreundlich. Trotz größerem Akku und Sparmotor fährt er reichweitentechnisch allerdings einigen Mitbewerbern hinterher. Bei winterlicher Witterung waren 250 Kilometer das höchste der Gefühle. Für viele Fahrprofile passt das. Für einige aber wohl nicht. Trotz guter Ausstattung erscheint sein Preis vergleichsweise hoch.

Peugeot e-308 GT – Technische Daten:

Fünftürige Limousine der Kompaktklasse mit fünf Sitzen, Länge: 4,37 Meter, Breite mit Außenspiegel 2,06 Meter (ohne Außenspiegel: 1,85 Meter), Höhe: 1,44 Meter, Radstand 2,68 Meter, Kofferraumvolumen: 361 bis 1.271 Liter, Zuladung: 361 – 431 Kilogramm

Elektromotor mit 115 kW/156 PS, maximales Drehmoment 270 Nm, Batterie mit 54 kWh, WLTP-Reichweite: 396 – 419 km, 1-Gang-Automatik, Frontantrieb, Vmax 170 km/h, 0 – 100 km/h: 9,8 s, Ladedauer: DC 100 kW: 35 min auf 80 %, AC-Wallbox 11 kW: 5 Std. 30 min., Haushaltssteckdose 1,8 kW: 33:40 Std, WLTP-Stromverbrauch: 14,9 – 15,6 kWh/100 km, CO2-Emission: 0 g/km, Effizienzklasse: A+++

Preis: ab 44.765 Euro

Mario Hommen/SP-X