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Als wir noch keinen Hund hatten, habe ich häufig mit einem schmunzelnden Entsetzen zugehört, wie andere Hundebesitzer mit ihrem Tier sprachen: „Schatzi, komm zu Mutti.“ Und ich habe mich dann gefragt: Was soll „Schatzi“ denn antworten außer wau oder wuff? Solche Art von tierischer Kommunikation war mir völlig unverständlich. War.

Von unserem Redakteur Stefan Nitz

Als wir noch keinen Hund hatten, habe ich häufig mit einem schmunzelnden Entsetzen zugehört, wie andere Hundebesitzer mit ihrem Tier sprachen: „Schatzi, komm zu Mutti. Wo hast Du Dich denn wieder rumgetrieben? Jetzt sag mal – musst Du Dich denn in jede Pfütze werfen?“ Und ich habe mich dann gefragt: Was soll „Schatzi“ denn da antworten außer wau oder wuff? Solche Art von tierischer Kommunikation war mir völlig unverständlich. War.

Denn nun reden wir selbst oft mit Zoe wie mit einem kleinen Kind. Natürlich gibt es klare Befehle wie „Komm“, „Aus“ oder „Nein“. Aber darüber hinaus wird unser Dackel gerne mit vielen Worten bedacht. Zum Beispiel bei dem Versuch, sie zum Futtertrog zu locken: „Ja, Zoe hast Du denn gar keinen Hunger? Schau mal – sowas Leckeres. Probier doch mal.“ Und wenn Frauchen das Haus verlässt, vergisst sie nie, sich von Zoe zu verabschieden und zu erklären, wo sie jetzt hingeht, garniert und abgerundet mit dem wichtigen Hinweis: „Sei schön lieb.“ Immerhin scheint Zoe mit der Satzmelodie etwas anfangen zu können. Sie verkriecht sich unter einem Stuhl in der Nähe der Wohnungstür und weiß: Ich muss allein bleiben. Die gehen tatsächlich ohne mich raus!

Beruhigend ist, dass es anderen Hundebesitzern auch so ergeht. So mancher Vierbeiner muss wortreiche Zurechtweisungen über sich ergehen lassen „Jacko, ich hab Dir doch schon tausend Mal gesagt, dass Du nicht auf die Straße laufen sollst.“ Oder: „Benny, warum hörst Du eigentlich nie?“ Oder, und das ist an Sinnhaftigkeit dann wohl auch kaum zu überbieten: „Sag mal, Puppi, sollen wir heute oder doch erst morgen einkaufen gehen?“

Verweilen möchte ich aber noch einmal kurz bei dem viel gehörten Klassiker „Wo hast Du Dich denn schon wieder rumgetrieben?“ Natürlich ist auch die Frage unnütz rhetorisch. Hundehalter erwarten darauf von ihrem Tier ganz bestimmt keine Antwort wie „Ach weißt Du, Frauchen, da hinten im Gestrüpp hat es so toll nach der Mixi von nebenan gerochen, und als ich dann wieder zurücklaufen wollte, da hat mich die grauweiße Katze so provozierend angeschaut. Und dabei habe ich dann ganz vergessen, auf die Uhr zu schauen.“

Wenn unsere Zoe ihre Ohren mal wieder auf Durchzug gestellt hat, ruft Herrchen so manches Mal empört: „Also Zoe, spinnst Du eigentlich? Du sollst doch kommen, wenn ich Dich rufe!“ Abends, wenn es kalt und regnerisch ist, sind Gespräche mit Zoe aber auch mal hilfreich. „Na, sollen wir noch eine Runde Gassi gehen?“ Wenn der Dackel dann noch nicht mal das Köpfchen hebt, ist das für Herrchen eine klare Antwort. Denn Schweigen heißt in diesem Fall klar: Nein. Da versteht man sich ausnahmsweise wortlos.

Auf den Hund gekommen
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