Archivierter Artikel vom 17.09.2010, 15:46 Uhr
Basel

WM-Geld für Handball-Clubs – Olympia-Quali bleibt

Europas Handball-Top-Clubs haben im Poker um Macht und Geld einen großen Erfolg gefeiert, im Kampf um mehr Mitsprache bei Terminen aber keine Fortschritte erzielt.

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IHF-Präsident
Der Ägypter Hassan Moustafa ist Präsident der Internationalen Handball-Föderation (IHF).

Bereits bei der Männer-WM im Januar 2011 in Schweden zahlt der Weltverband IHF die von den Vereinen seit Jahren geforderten Abstellgebühren für die Spieler, gab IHF-Präsident Hassan Moustafa in Basel nach mehrstündigen Verhandlungen von Spitzenvertretern von Clubs und Verbänden bekannt. Nach dpa-Informationen sollen dafür rund vier Millionen Schweizer Franken (gut drei Millionen Euro) vorgesehen sein. Zudem werden alle WM-Spieler über die IHF gegen Verletzung und Ausfall versichert sein.

Keinen Erfolg hatten die Vereine beim Bestreben, die Qualifikationsturniere für Olympia 2012 zu verlegen. Diese finden wie von der IHF geplant vom 6. bis 8. April 2012 für die Männer und vom 25. bis 27. Mai für die Frauen statt.

Beim ersten gemeinsamen Treffen der IHF mit den Club-Vereinigungen Forum Club Handball (FHC) und Group Club Handball (GCH) sowie Vertretern der zehn europäischen Topverbände machte die IHF erstmals Zugeständnisse in Bezug auf Gebühren und Versicherungen. «Ursprünglich war dies erst für 2013 geplant, aber wir sind den Vereinen entgegen gekommen», sagte Moustafa. Laut Ulrich Strombach, Präsident des Deutschen Handballbundes (DHB), könnten sich diese Abstellgebühren für Schweden im Rahmen von vier Millionen Schweizer Franken bewegen.

Der europäische Verband EHF schüttet seit der EM 2010 Kompensationszahlungen in Höhe von 266 Euro pro Tag und Spieler an die teilnehmenden Verbände aus, die das Geld dann an die Vereine weitergeben.

Neben den Abstellgebühren sicherte die IHF zu, dass alle Spieler während Weltmeisterschaften versichert werden, wie dies seit der EM 2008 schon bei EHF-Veranstaltungen der Fall ist. «Wir wollen eine einheitliche Lösung für alle Großveranstaltungen, daher zieht die IHF jetzt nach», sagte Strombach. «Dieses Treffen war ein Schritt in die richtige Richtung. Konflikte, die vorher bestanden haben, sind aus dem Weg geräumt. Alle Parteien ziehen an einem Strang», erklärte der Spanier Joan Marin, Präsident der GCH, als Club-Vertreter.

Zuvor hatte es jahrelang Streit um Geld, Macht und Mitsprache zwischen den Vereinen sowie IHF und EHF gegeben. Auf europäischer Ebene hatte man sich bereits im Mai geeinigt, als ein «Memorandum of Understanding» zwischen FCH und EHF unterzeichnet wurde.

Die heftigsten Diskussionen gab es in Basel über den künftigen Terminkalender, speziell um die Qualifikations-Turniere für die Olympischen Spiele 2012 in London. Die Vereine forderten, diese nicht im April 2012 zu veranstalten, weil dann sowohl in den Ligen als auch im Europapokal die wichtigen Entscheidungen anstehen. Die IHF bestand jedoch auf den Terminen, die bereits mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) abgestimmt seien. «Das IOC will so früh wie möglich die Olympia-Teilnehmer wissen», sagte IHF-Präsident Moustafa.