Archivierter Artikel vom 15.10.2010, 11:38 Uhr
München

Van Gaal mahnt mehr Verantwortung der Spieler an

In der Diskussion um die Abstellungen von Fußball-Nationalspielern an ihre Auswahlteams hat Bayern-Trainer Louis van Gaal mehr Verantwortungsbewusstsein von allen Seiten angemahnt.

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KNVB
Das Logo des niederländischen Fußballverbandes (KNVB).

Trainer, Spieler, Ärzte, Vereine und Nationalteams, alle hätten ihre «Verantwortlichkeit», sagte der Trainer des FC Bayern München. Besonders die Verantwortung der Spieler werde allzu oft vergessen.

Er selbst habe Entgegenkommen gezeigt, indem er Hamit Altintop trotz der jüngsten Verletzungen bei Bayern zum Länderspiel entließ. Daniel van Buyten und Mark van Bommel konnten nach der Partie in Dortmund gleich in ihre Heimat und mussten nicht mehr mit nach München zurück. «Aber wenn ich das Vertrauen gebe, dann müssen die Spieler das auch zurückgeben. Und auch die Nationalmannschaften. Es ist immer eine Zusammenarbeit.» Zum konkreten Streit mit dem Nationalverband seines Heimatlandes Holland wollte sich van Gaal nicht äußern.

Der niederländische Fußball-Verband KNVB demonstrierte nach der wiederholten Klage-Androhungen des FC Bayern Gelassenheit. «Davor haben wir keine Angst», sagte KNVB-Direktor Bert van Oostveen im «Algemeen Dagblad». «Meinetwegen sollen sie lieber heute als morgen vor Gericht gehen.» Die Münchner erwarten bis Ende Oktober eine befriedigende Lösung im Streit um den verletzten Arjen Robben, andernfalls wollen sie Klage einreichen.

Die in Rotterdam erscheinende Zeitung berichtete in ihrer Online-Ausgabe, der niederländische Fußball-Verband wolle zeitnah «Kontakt mit Bayern München aufnehmen, um ins Gespräch zu kommen über die Verletzung von Mark van Bommel». Der Kapitän war vom Länderspiel der Niederländer mit einer Knieverletzung zurückgekehrt und fällt bei den Bayern nun aus.

«Wir versuchen, einen normalen Kontakt zustande zu bringen. Am Donnerstag haben wir die Scan-Aufnahmen von van Bommels Verletzung zugesandt bekommen, aber die ergänzende Information fehlte. Die hoffen wir noch zu bekommen», sagte van Oostveen. Er betonte, dass man in der Sache Robben «keine Eile» habe.

In der Münchner Tageszeitung «tz» führte Bayern-Präsident Uli Hoeneß eine grundsätzliche Lösungsidee an, die die Clubs zumindest finanziell entlasten würde. «Es ist zu überlegen, ob man nicht dazu übergehen muss, dass die Verbände für die Zeit, in der sie die Spieler haben, die Spieler auch bezahlen. Wir haben unsere Spieler jetzt wieder zehn Tage nicht gehabt. Also müssen die Verbände auch zehn Dreihundertfünfundsechzigstel des Jahresgehalts bezahlen. Das wäre zum Beispiel ein Ansatz», meinte Hoeneß.

Freiwillig würden sich die Landesverbände vielleicht nicht darauf einlassen, «aber dann muss man sie per Gericht dazu zwingen», sagte Hoeneß. Die Verbände verdienten Geld mit den Spielern, die Vereine hätten das Risiko.