Archivierter Artikel vom 21.02.2018, 11:30 Uhr

Langlauf-Teamsprint

USA verhindern Björgens Krönung – Frust bei Deutschen

Der historische achte Olympiasieg bleibt Marit Björgen vorerst verwehrt. Doch die Norwegerin hat nach Bronze im Teamsprint noch eine Chance über die lange Distanz. Die DSV-Läufer gehen nach Einbrüchen von Fessel und Eisenlauer leer aus.

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Siegerinnen
Kikkan Randall (r) und Jessica Diggins (l) aus den USA jubelen im Ziel über ihren Olympiasieg.
Foto: Hendrik Schmidt – dpa

Pyeongchang (dpa) – Wie entfesselt davonstürmende Amerikanerinnen haben der Norwegerin Marit Björgen den achten Olympiasieg und damit die Krönung zum erfolgreichsten Teilnehmer in der Geschichte Olympischer Winterspiele vorerst verbaut.

Teamsprint
Marit Bjoergen (l,vorn) aus Norwegen und Kikkan Randall (r) aus den USA führen das Feld nach dem Start an.
Foto: Hendrik Schmidt – dpa

Kikkan Randall und Jessica Diggins holten sich am Mittwoch in Pyeongchang nicht nur die Goldmedaille im Teamsprint, sondern auch den ersten Langlauf-Olympiasieg für die USA überhaupt. Bei den Herren kam Jungstar Johannes Kläbo mit seinem norwegischen Teamkollegen Martin Johnsrud Sundby zum Sieg und schaffte damit als zweiter Athlet in Pyeongchang nach Biathlet Martin Fourcade sein drittes Gold.

Gold an Norwegen
Martin Johnsrud Sundby (vorn) erwartet Johannes Hoesflot Kläbo im Ziel und jubelt über den Gewinn der Goldmedaille.
Foto: Hendrik Schmidt – dpa

Als alle mit einem Zweikampf Norwegen gegen Schweden mit den Sprint-Olympiasiegerinnen der Spiele von Sotschi und Pyeongchang, Maiken Caspersen Falla und Stina Nilsson, rechneten, schlugen die Teamsprint-Weltmeisterinnen von 2013 zu. Diggins hatte das Stehvermögen, um den langgezogenen Spurt bis ins Ziel zu halten. Björgen nahm im Ziel ihre enttäuschte Kollegin Falla als Dritte tröstend in den Arm. Mit 14 Medaillen hat die 37-Jährige nun soviel wie kein anderer olympischer Winter-Teilnehmer. Die Chance zum achten Gold gibt es am Sonntag noch einmal im abschließenden 30-Kilometer-Lauf.

Teamsprint
Nicole Fessel (M) läuft neben der Slowenin Alenka Cebasek (r).
Foto: Daniel Karmann – dpa

Die leisen deutschen Medaillenträume zerplatzten bereits im Halbfinale der Damen. Nicole Fessel, die an der Seite von Sandra Ringwald ihren Pyeongchang-Einstand nach scheinbar auskurierter Kehlkopfentzündung feierte, fand überhaupt keine Bindung zum Rennen. Zwar schafften die DSV-Läuferinnen gerade noch so die Final-Qualifikation, doch dort blieb wie für das Herren-Duo Sebastian Eisenlauer/Thomas Bing nur der zehnte und letzte Platz übrig.

„Ich kämpfe seit Wochen extrem mit meiner Gesundheit. Es ist mit Sicherheit nicht die Leistung gewesen, die wir verdient haben. Ich habe geglaubt, dass es mir besser geht, weil ich ja schon längere Zeit weg und wirklich guter Dinge war. Und dann habe ich gemerkt, dass es mir eben doch noch nicht so gut geht“, röchelte Fessel, die ihre Tränen vor lauter Enttäuschung nicht mehr zurückhalten konnte.

Ihre lange Zeit sehr gut laufende Partnerin Ringwald war sauer. „Wir sind Zehnte geworden und können es daher kaum in Worte fassen, wie enttäuscht wir sind. Damit müssen wir jetzt leben, es ist eben so“, sagte die Schwarzwälderin. Frauen-Trainer Torstein Drivenes verteidigte Fessels Nominierung. „Der Einsatz war ein Risiko. Wir kennen aber ihr Potenzial und wollten um die Medaillen mitkämpfen. Die Ärzte haben alles versucht, es ist uns nicht gelungen. Wir konnten im Training die Geschwindigkeiten, die heute gelaufen wurden, nicht mit ihr testen. Jetzt sind wir sehr enttäuscht“, räumte er ein.

Die bei den Damen verfehlte Medaille war bei den Herren lange Zeit denkbar, ehe Eisenlauer plötzlich in seiner letzten Runde einbrach. „Der ganz große Hammer kam von einem auf den anderen Moment. Ich kann es mir nicht erklären“, sagte der Allgäuer.

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