Archivierter Artikel vom 09.08.2022, 12:07 Uhr

Üben, üben, üben – Ratgeber: Schulweg

Bald geht vielerorts wieder die Schule los. Für die Erstklässler beginnen aufregende Zeiten, neben der Wissensvermittlung müssen sie auch mit dem Schulweg klarkommen.

Von Elfriede Munsch/SP-X

SP-X/Köln. In einigen Bundesländern gehen die Sommerferien demnächst zu Ende. Dann werden auch die neuen Erstklässler eingeschult. Sie müssen nicht nur Lesen und Rechnen lernen, sondern auch den Schulweg bewältigen können. Keine einfache Aufgabe, vor den Eltern und ihre Sprösslinge stehen. Aber mit ein wenig Übung und Umsicht wird der Schulweg fast zum Kinderspiel.

Gute Wegeplanung

Bevor die Schule losgeht, gilt es einen sicheren Weg festzulegen. Viele Kommunen haben einen Schulwegplan, aus dem sich die individuell beste beziehungsweise sicherste Route ermitteln lässt. Nicht immer ist die kürzeste Strecke die beste Wahl. Müssen etwa Fahrbahnen überquert werden, sollte immer ein Zebrastreifen genutzt werden. Wichtig: Man legt einen Weg fest, auf der das Kind jeden Tag bleibt. So verläuft sich niemand oder gerät in unübersichtliche, nicht geübte Verkehrssituationen. Falls Erstklässler aus der Nachbarschaft denselben Schulweg haben, bietet es sich an, dass sie zusammen gehen.

Ohne Üben geht nichts

Das Einüben des Schulwegs sorgt für Sicherheit. Das gilt sowohl für die Kinder als auch für die Eltern, bei denen das Zutrauen in die Fähigkeiten des Nachwuchses zunimmt. Unterwegs lassen sich gemeinsam schwierige Passagen besprechen und Regeln für das Passieren absprechen. Besondere Beachtung verdient das Überqueren der Fahrbahn. Am Bordstein stehen blieben, zuerst nach links schauen, dann nach rechts, dann wieder nach links, um dann auf kürzestem Weg über die Straße zu gehen. Wenn die Straßenüberquerung an einer Ampel oder einem Zebrastreifen möglich ist, lieber diesen längeren Weg in Kauf nehmen.

Auf Gefahren aufmerksam machen

Fünf- bis Siebenjährige sind noch nicht in der Lage, Entfernungen und Geschwindigkeiten richtig einschätzen, zudem ist das kindliche Sichtfeld eingeschränkt. Stehen Kinder zwischen Autos am Straßenrand werden sie aufgrund ihrer Körpergröße zudem schnell von anderen Verkehrsteilnehmern übersehen. Daher ist es wichtig, dass Eltern ihren Nachwuchs feste Regeln vermitteln. Dazu gehört etwa, dass man auf dem Bürgersteig bleibt und nicht auf die Straßen läuft. Am besten gehen Eltern mit ihrem Kind die Strecke zu normalen Schulzeiten ab, so dass die Kinder die Verkehrsbedingungen kennen lernen, die sie später allein meistern müssen. Man kann auch die Rollen tauschen, so dass das Kind die Eltern auf mögliche Gefahren hinweisen muss.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Viele Eltern begleiten ihre Kinder die ersten Tage und Wochen vorsichtshalber auf dem Weg zur Schule. Wer nicht direkt neben dem I-Dötzchen läuft, sondern ihm aus einiger Entfernung folgt, fühlt sich genauso sicher und lässt dem Nachwuchs mehr Verantwortung. Eventuelles Fehlverhalten im Verkehr kann am Abend besprochen werden. Wichtig: Eltern tragen mit ihrem Verhalten zum richtigen Verhalten des Nachwuchses bei. Wer an der Fußgängerampel auf Grün wartet, gibt ein gutes Vorbild ab.

Keine Hektik

Bei der Planung des Zeitbedarfs ist ausreichend Spielraum zu berücksichtigen. Fehler passieren oftmals unter Zeitdruck. Daher gilt es, rechtzeitig loszugehen, so dass erst keine Hektik aufkommt.

Für alle Fälle

Nicht immer läuft alles glatt. Was ist, wenn sich das Kind verläuft? Oder den Schulbus verpasst? Oder wenn die Schule später anfängt als gedacht? Alle diese Eventualitäten sollten mit dem Kind durchgesprochen werden. Dann weiß es im Notfall, wie es sich verhält und an wen es sich eventuell um Hilfe wenden kann. Auch ein Zettel mit der Telefonnummer der Eltern im Schulranzen ist hilfreich.

Apropos Ranzen

Der Ranzen sollte nicht nur ergonomisch gut passen, sondern auch mit Reflektoren ausgestattet sein. In Verbindung mit heller Kleidung wird das Kind auch in Herbst und Winter besser von anderen Verkehrsteilnehmern wahrgenommen.

Mit dem Auto zur Schule

Wenn möglich sollten Eltern davon absehen, die Kids mit dem Auto zur Schule zu fahren. Verkehrschaos ist oft programmiert vor den Schulen; Eltern parken häufig Gehwege zu, blockieren Busse und verwandeln den Zufahrtsbereich in eine unübersichtliche Gefahrenzone. Dazu kommt: Mit dem Auto gebrachte Kinder lernen kein verkehrsgerechtes Verhalten. Der tägliche Schulweg trainiert außerdem die Fitness und trägt zur Konzentrationssteigerung bei. Wenn es keine Alternative zum Mama- oder Papataxi gibt, sollte zumindest nicht direkt vor der Schule angehalten werden, sondern ein Stück davor.

Elfriede Munsch/SP-X