London

Sport-Minister

Super-League-Pläne: Britische Regierung droht

Die britische Regierung will die Pläne für eine europäische Super League mit allen Mitteln stoppen. Das sagte der zuständige Minister Oliver Dowden im britischen Unterhaus.

Oliver Dowden
Minister Oliver Dowden ist Großbritannien für den Sport zuständig.
Foto: Tayfun Salci/ZUMA Wire/dpa

„Dieser Vorstoß läuft dem Geist des Spiels zuwider“, sagte Dowden, der den Fußball als „eine der größten nationalen Institutionen“ des Landes bezeichnete, die geschützt werden müsse.

Zunächst sei es Sache der Fußball-Verbände, zu reagieren. Er habe sich daher mit Vertretern des Football Association (FA), der Premier League und der UEFA getroffen, berichtete der konservative Politiker. Es gebe robuste Regeln auf Verbandsebene und diese würden nun zu Recht in Erwägung gezogen. „Sie haben unsere volle Rückendeckung“, sagte Dowden weiter.

Auch Prinz William schloss sich als Präsident des englischen Fußballverbands FA den kritischen Stimmen zu den Plänen für der Super League an. „Ich teile die Sorgen der Fans über die vorgeschlagene Super League und den Schaden, der damit dem von uns allen geliebten Spiel zugefügt werden kann“, schrieb der Zweite in der britischen Thronfolge auf Twitter. Die gesamte Fußball-Gemeinschaft müsse jetzt mehr denn je geschützt werden „von ganz oben bis zur Basis – und die Werte des Wettbewerbs und der Fairness in ihrem Kern“, so der Royal.

Sollten die Pläne für die Super League jedoch nicht durch die Verbände zu Fall gebracht werden können, werde die Regierung handeln. „Alle Optionen sind auf dem Tisch, wir werden jede Möglichkeit ausloten“, drohte Dowden. Das könne sich beispielsweise auf Regelungen zu den Führungsstrukturen und dem Wettbewerbsrecht beziehen. Auch der britische Premierminister Boris Johnson hatte die Pläne als „keine guten Nachrichten“ kritisiert.

Dowden kündigte auch eine durch Fans geleitete Prüfung an, um die langfristige Zukunft des Fußballs sicherzustellen. „Wenn uns das vergangene Jahr irgendetwas gelehrt hat, dann dass der Fußball nichts ist ohne seine Fans“, sagte der Minister.

Unter anderem sechs englische Premier-League-Verein hatten sich zu der Gründung einer neuen europäischen Super League bekannt, die in Konkurrenz zur Champions League treten soll. Die Teilnahme an dem Wettbewerb soll dabei bis auf wenige Plätze einem Kreis weniger Top-Vereine dauerhaft vorbehalten sein. Die Pläne stoßen jedoch auf breiten Widerstand bei Fans, Politik und Verbänden.

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