Archivierter Artikel vom 22.01.2020, 22:01 Uhr
Doha

Nach ARD-Dokumentation

Sportbetrug: Gewichtheber-Präsident Ajan suspendiert

Gewichtheber-Präsident Tamas Ayan ist vom Exekutivkomitee des Weltverbandes IWF am Mittwoch in Doha für 90 Tage suspendiert worden.

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Tamas Ajan
Wurde vorläufig suspendiert: Gewichtheber-Präsident Tamas Ajan.
Foto: Igor Kovalenko/epa/dpa

Das berichtet der Branchendienst „Inside the Games“. Eine vierköpfige Kommission aus dem Kreis der Exekutivmitglieder soll die Vorwürfe gegen den 81 Jahren alten Ungarn untersuchen. Zur Interimspräsidentin wurde die Chefin des US-Gewichtheberverbandes und IWF-Vizepräsidentin Ursula Papandrea bestimmt.

Auslöser für die Suspendierung Ajans war die Fernsehdokumentation „Geheimsache Doping – der Herr der Heber“ des ARD-Teams um den investigativen Journalisten Hajo Seppelt. Darin wurde über Korruption, Verstöße gegen die Anti-Doping-Regeln, Manipulationen, schwarze Kassen und Sportbetrug berichtet. Daraufhin hatten mehrere internationale Sportfunktionäre den Rücktritt Ajans gefordert. Ajan bestreitet die Vorwürfe.

Das 21-köpfige Exekutivkomitee hatte sich am Mittwoch in Katars Hauptstadt Doha getroffen, um über Konsequenzen zu beraten. Zwar hatte das IOC dem Gewichtheben eine Garantie gegeben, bis mindestens 2024 in Paris im olympischen Programm zu bleiben. Die neuerlichen Enthüllungen stufte das IOC jedoch als „ernst und besorgniserregend“ ein.

Ajan war seit 20 Jahren Präsident des Weltverbandes und seit 1976 in Führungspositionen der IWF. Ursprünglich wollte er sich im nächsten Jahr erneut zur Wahl stellen. Nach der Dokumentation in der ARD gab er an, nicht mehr kandidieren zu wollen.

Bericht “Inside the Games„

ARD-Bericht “Geheimsache Doping – der Heer der Heber"