Archivierter Artikel vom 21.02.2014, 11:00 Uhr

Snowboardern droht neue olympische Nullnummer

Krasnaja Poljana (dpa) – In einer neuen Olympia-Disziplin wollen die deutschen Snowboarder eine weitere Nullnummer verhindern. Beim Parallel-Slalom soll zumindest eine der drei anvisierten Plaketten her.

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Fraglich
Amelie Kober droht auszufallen.
Foto: Kay Nietfeld – DPA

«Neuer Tag, neues Gefühl, anderes Gerät – und voll angreifen», verkündete Parallel-Riesenslalom-Weltmeisterin Isabella Laböck das Motto für das Team beim Wettkampf. Dem Parallel-Riesenslalom, bei dem Patrick Bussler als Vierter bester Deutscher war, könne man «nicht hinterherweinen. Jetzt ist es rum ums Eck.»

Bussler war zufrieden, das konnte der Rest des Teams nicht sein. Laböck und die Olympia-Zweite von 2006, Amelie Kober, scheiterten im Parallel-Riesenslalom ebenso wie Anke Karstens bereits in der Qualifikation, für Selina Jörg war das Achtelfinale Endstation. «Es ist mega-bitter, der Moment, wenn der Traum zerplatzt», sagte die 26-Jährige an einem «rabenschwarzen Tag». Die in dieser Saison konstanteste deutsche Boarderin blickte ihrer zweiten Disziplin trotzdem mit einer Portion Zuversicht entgegen. «Im Slalom lief es eigentlich immer besser. Von dem her hoffe ich jetzt auf einen Slalomtag, da habe ich dieses Jahr meine besseren Rennen gefahren.»

Ob Kober zu den sieben deutschen Startern zählt, wird sich wohl erst am Wettkampftag entscheiden. «Ausgeräumt ist der Olympiatraum... knöcherner Ausriss der Kapsel am Ellbogen. Wenigstens die Daumen kann ich noch drücken!», sagte die 26-Jährige nach ihrem missglücktem Riesenslalom. Am Donnerstag war die zweimalige WM-Dritte aus dem Vorjahr aber dann beim Training des Teams dabei. Ob ihre Armverletzung eine Teilnahme im Rennen an diesem Samstag zulässt, sollte am Renntag entschieden werden.

«Wir haben Gottseidank eine zweite Chance. Da stelle ich mich drauf ein, Slalom läuft bei mir normalerweise sehr gut», erklärte Anke Karstens. Bestärkt durch drei Medaillen bei der WM vor einem Jahr reisten die deutschen Snowboarder auch mit dem Ziel von dreimal Edelmetall zum Ringespektakel nach Russland, nur ein Tag der Extra-Klasse könnte den Wunsch noch erfüllen.

«Es ist theoretisch noch möglich. Aber mit einem verbleibenden Wettkampf ist das extrem ambitioniert, da muss man realistisch bleiben», betonte Sportdirektor Stefan Knisch. Für Bussler gab es nach der knapp verpassten Bronzemedaille nur eine Strategie für den Schlusstag im Extreme Park: «Noch einmal alle Kraft mobilisieren.» Nach zwei deutschen Medaillen bei der Olympia-Premiere der Snowboarder 1998 gab es nur noch einmal Edelmetall: 2006 durch Kober. 2002 und 2010 ging das Team leer aus. Auch diesmal?

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