Archivierter Artikel vom 22.02.2014, 08:25 Uhr

Slalom-Silber für Snowboarderin Karstens – Kober Bronze

Krasnaja Poljana (dpa) – Anke Karstens weinte nach ihrem Silber-Coup vor Glück, die mit Bronze dekorierte Amelie Kober hielt die Tränen des Schmerzes tapfer zurück.

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Freude
Anke Karstens (l) und Amelie Kober lagen sich nach dem Rennen in den Armen.
Foto: Daniel Karmann – DPA

Dank einer Gala-Vorstellung bei der Olympia-Premiere im Parallel-Slalom haben die deutschen Snowboarderinnen am Final-Wochenende der Sotschi-Spiele doch noch groß abgeräumt. «Das ist Wahnsinn. Ich bin überwältigt», jubelte Sportdirektor Stefan Knirsch.

Freudentränen
Tränen der Freude: Anke Karstens musste sich im Finale nur der Österreicherin Julia Dujmovits geschlagen geben.
Foto: Daniel Karmann – DPA

Die Bischofswiesenerin Karstens unterlag am Samstag erst im Finale der österreichischen WM-Zweiten Julia Dujmovits. «Ich hatte Tränen in den Augen. Ich war so überwältigt, weil ich mir den Traum erfüllen konnte. Man arbeitet so lange und hart dafür. Es ist Wahnsinn, ich freue mich so unglaublich», beschrieb die 28-Jährige ihre Gefühle.

Silber
Die Bischofswiesenerin sicherte sich die Silbermedaille.
Foto: Daniel Karmann – DPA

Arm in Arm feierte sie mit Kober im Zielraum. Ihre durch eine schmerzhafte Verletzung am Ellenbogen gehandicapte Teamkollegin war über sich hinausgewachsen und hatte im kleinen Finale die Italienerin Corinna Boccacini locker abgehängt. «Ich kann noch gar nicht realisieren, was ich hier geschafft habe. Die Starts waren sehr schmerzhaft. Manchmal dachte ich mir, was machst du hier eigentlich», berichtete die zweimalige WM-Dritte des Vorjahres.

Podest
Bei der Siegerehrung gab es nur strahlende Gesichter auf dem Podest.
Foto: Daniel Karmann – DPA

Kobers linker Arm hing meist nur schlaff am Körper, wegen eines Kapselausrisses im Ellenbogen hatten die Teamärzte der 26-Jährigen eigentlich von einem Start abgeraten. Doch die Olympia-Zweite im Parallel-Riesenslalom von 2006 biss auf die Zähne. «Normalerweise bin ich nervös vor dem Rennen. Aber heute habe ich gewusst, dass ich gar nichts zu verlieren habe. Ich wusste auch, dass es wehtun wird. Entsprechend bin ich runtergefahren», berichtete sie und fügte stolz hinzu: «Nach der Schwangerschaft mit einem Kleinkind noch einmal zurückzukommen und eine Olympia-Medaille zu holen, freut mich unheimlich. Die Medaille ist auch für meinen Sohn.»

Paralell-Slalom
Amelie Kober in Aktion.
Foto: Daniel Karmann – DPA

Mit dem starken Auftritt rehabilitierte sich das deutsche Raceboard-Team für das schwache Abschneiden im Parallel-Riesenslalom am Mittwoch und holte nun fast doch noch die drei angestrebten Medaillen der Snowboarder. «Das ist der größte Erfolg für unseren jungen Verband. Damit kann man zufrieden sein», sagte Knirsch. «Wer die Fördersysteme in Deutschland kennt, der weiß, wie wichtig das für die Zukunftsarbeit war.»

Kobers Zimmerkollegin Karstens hatte erst im letzten Moment die Olympia-Qualifikation geschafft. «Es zeigt schon, was man für ein Mensch ist, ob man sich aufrafft und kämpft oder ob man aufgibt», hatte sie vor Sotschi gesagt. Trotz zweier Weltcupsiege und insgesamt sechs Podestplätzen war die Olympia-Fünfte im Riesenslalom von Vancouver 2010 eigentlich als vermeintlich Schwächste des deutschen Damen-Quartetts eingeschätzt worden.

Doch im Achtelfinale gegen die höher eingeschätzte Selina Jörg setzte sie sich in zwei Läufen um die Winzigkeit von zwei Hundertstelsekunden durch und hatte fortan einen Lauf, der erst im Finale gebremst wurde.

Das Männer-Rennen wurde zur One-Man-Show von Vic Wild. Der gebürtige Amerikaner holte unter dem frenetischen Jubel der Fans das zweite Gold für Russland im Extreme Park von Rosa Chutor. Für Patrick Bussler als bestem Deutschen war im Viertelfinale Schluss. Der 29-jährige Aschheimer blieb nur 0,15 Sekunden hinter dem viermaligen Weltmeister Benjamin Karl aus Österreich, der hinter dem Slowenen Zan Kosir Bronze holte.

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