Berlin/Hannover

Radiobericht lässt Netzwerke über Schröder und Käßmann spekulieren

In den Sozialen Netzwerken wird nach der Meldung eines Hamburger Radiosenders wild über eine mögliche Beziehung von Alt-Kanzler Gerhard Schröder und Margot Käßmann spekuliert. Und das, obwohl sie bereits dementiert hat. CDU-Politiker tragen die Mledung aber genüsslich weiter.

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Berlin/Hannover – In den Sozialen Netzwerken wird nach der Meldung eines Hamburger Radiosenders wild über eine mögliche Beziehung von Alt-Kanzler Gerhard Schröder und Margot Käßmann spekuliert. Und das, obwohl sie bereits dementiert hat. CDU-Politiker tragen die Meldung aber genüsslich weiter.

Das Hamburger „alster radio 106!acht“ hatte am Dienstag gemeldet (Update: Nach Unterlassungserklärung gelöscht), der Altkanzler sei nach Informationen des Senders zuhause ausgezogen. Obwohl das Büro von Käßmann das auf Anfrage des Senders dementiert hatte, berichtete das alster radio 106!8 weiter über „Gerüchte“, die Ex-Landesbischöfin von Niedersachsen und ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland sei mit Schröder liiert. Auf eine Anfrage unserer Zeitung an das Büro Schröder vom Nachmittag steht eine Antwort noch aus.

Was der Hamburger Sender als Gerücht vermeldete, machte Ulrich Gelsen, Online-Redakteur der CDU, in einem Tweet auf seinem persönlichen Account kurzerhand zum Fakt – und setzte noch einen drauf: „Ich wünsche Gerhard Schröder viel Glück für Ehe Nr.5 mit Margot Käßmann“, schrieb er mit einem Link zu dem Artikel.

Ein anderer Nutzer fragte prompt „Käßmann-Schröder oder Schröder-Käßmann?“ Wenig später leitete auch der CDU-Bundestagtagsabgeordnete Peter Tauber die Klatsch-Meldung weiter.

Als dann Parteifreundin Erika Steinbach Tauber fragte, ob das sein Ernst sei, kam von ihm „Zuzutrauen ist es ihm oder?“

In SPD-Kreisen in Berlin wird aber vor allem der Kopf geschüttelt über die Meldung. Andere Nutzer bei Twitter stellten auch das eher seichte "Alsterradio“ als Quelle in Frage – wie dieser Journalist.

Recherchen nahmen nach dem Bericht aber auch andere Medien auf. Ein angekündigter Rückruf des Nachrichtenchefs des Hamburger Senders bei unserer Zeitung erfolgte bisher nicht. Eine Mitarbeiterin sagte aber lachend, man habe zeitweise Angst um den Server gehabt – wegen vieler Zugriffe.

Schröder ist in seiner vierten Ehe seit 1997 mit Doris Schröder-Köpf (48) verheiratet. Das Paar hat 2004 und 2006 jeweils ein Kind adoptiert.

Käßmann war nach einer Fahrt unter Einfluss von 1,54 Promille im Februar 2010 von ihren kirchlichen Führungsämtern zurückgetreten. Damals war Schröder mit Erfolg gegen die Behauptung des Hamburger Rechtsanwalts Joachim Steinhöfel vorgegangen, Schröder habe an diesem Abend mit im Auto gesessen. Der Ex-Kanzler war allerdings mit einer Klage gegen die Hamburger Morgenpost gescheitert: Obwohl bei der Verhandlung unstrittig gebleiben war, dass Schröder nicht im Auto gesessen hat, musste die Hamburger Morgenpost keine Richtigstellung drucken. Das Mitfahren mit einer alkoholisierten Bischöfin sei nicht ansehensmindernd für den Beifahrer, so das Gericht.

Lars Wienand