Archivierter Artikel vom 22.02.2018, 07:00 Uhr

Scherz zum Geburtstag

Pechstein: „Ich gebe Karriereende bekannt – in vier Jahren“

Das war ein Festtag für Claudia Pechstein. Auf der Tribüne erlebte die Eisschnellläuferin den Viertelfinalsieg der Eishockey-Cracks mit und feierte ausgiebig mit ihnen in ihren 46. Geburtstag. Im Deutschen Haus irritiert sie die Medienvertreter – zumindest einen Augenblick.

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Claudia Pechstein
Eisschnellläuferin Claudia Pechstein hat am 22. Februar Geburtstag.
Foto: Peter Kneffel – dpa

Pyeongchang (dpa). Da musste sie selbst schmunzeln. Claudia Pechstein hat an ihrem 46. Geburtstag im Deutschen Haus die anwesenden Medienvertreter mit einem Witz irritiert.

„Ich gebe mein Karriereende bekannt“ sagte sie am Donnerstag und fügte nach einer Atempause hinzu: „In vier Jahren.“ Der 50. Geburtstag während der Spiele in Peking wäre „ein gutes Datum aufzuhören“, stellte die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin lächelnd fest.

Als Präsent der deutschen Teamführung nahm die Berlinerin eine Schokoladentorte in Empfang. „Doch mein schönstes Geburtstagsgeschenk war zuvor der Einzug der deutschen Eishockey-Mannschaft in das Halbfinale“, sagte sie. Gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Matthias Große hatte sie am Vorabend den Sieg der deutschen Mannschaft über Schweden im Viertelfinale gesehen.

Bis um 03.00 Uhr hatte sie danach mit den deutschen Kufen-Cracks gefeiert und auch mit „einem Gläschen auf den Geburtstag“ angestoßen. Die Spieler hätten sie jetzt zum Maskottchen auserkoren, nachdem sie auch schon beim Sieg gegen die Schweiz auf der Tribüne gesessen habe. „Alle haben gesagt, ich muss jetzt unbedingt im Halbfinale wieder kommen“, erzählte Pechstein.

Die fanatische Eishockey-Anhängerin hatte DEB-Präsident Franz Reindl schon vor dem Overtime-Siegtreffer von Patrick Reimer beim 4:3 nach Verlängerung gegen Schweden die frohe Botschaft verkündet. „Wir hatten einen eigenen Videocoach“, sagte Reindl am Donnerstag. Nachdem Reimer nach anderthalb Minuten der Verlängerung getroffen hatte, sah sich der Schiedsrichter den Treffer zur Überprüfung noch einmal auf Video an.

Bange Sekunden verstrichen, auch Pechstein hielt das nicht aus. „Die hat sich so über das Geländer gelehnt und zugeschaut, wie die Schiedsrichter das analysieren. Und die fiel fast runter“, sagte Reindl weiter. „Aber die hat uns ungefähr 30 Sekunden, bevor der Schiedsrichter es verkündet hat, schon zugerufen: Wir haben ein Tor geschossen, das gilt. Somit waren wir ein bisschen früher informiert als jeder andere durch Claudia Pechstein.“

Und fast bedauerte sie schon, dass sie am Tag nach ihrem Massenstartrennen in die Heimat fliegen wird und beim Finale oder dem Spiel um Platz drei nicht dabei sein kann. „Aber auf jeden Fall drücke ich den Jungs die Daumen“, meinte sie.

Die Fortsetzung ihrer unglaublichen Karriere scheint indes in ihrem Kopf verankert zu sein. Da lässt sie sich auch durch Ratschläge zum Rücktritt wie von Katarina Witt nicht verunsichern. „Wann ich aufhöre, entscheide ich selbst“, meinte sie. Die zweimalige Eiskunstlauf-Olympiasiegerin hatte Pechstein empfohlen, in einer ruhigen Minute über das Karriereende nachzudenken: „Sie steht in den sportlichen Geschichtsbüchern. Vielleicht entdeckt sie wie ich, dass nach dem Leistungssport der Jugend der Gesundheitssport für meine Generation auch echt Spaß machen kann“, hatte Witt im Interview der Deutschen Presse-Agentur gesagt.

Doch Pechstein tickt anders. Olympia sei nicht optimal gelaufen. „Aber jetzt wollen wir beim Weltcup-Finale in Minsk unseren zweiten Weltcup-Platz im Team verteidigen“, erklärte sie. So, als seien ihre siebten Spiele trotz des Massenstartlaufes am Samstag schon Geschichte.

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