Archivierter Artikel vom 11.04.2013, 06:00 Uhr

Morbus Parkinson

Parkinson ist eine unheilbare Erkrankung des Zentralen Nervensystems, die zu einem Mangel des Botenstoffs Dopamin im Gehirn führt. Medikamente lindern die Beschwerden. Laut Prof. Wolfgang Oertel von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie in Siegen gibt es drei gleichwertige Mittel zur Therapie im Frühstadium.

Der Wirkstoff L-Dopa ist eine Vorstufe des Dopamins, das die Nervenzellen im Gehirn eines Parkinsonkranken nicht ausreichend produzieren. Patienten müssen anfangs alle sechs bis acht Stunden eine Tablette nehmen. Eiweißhaltiges Essen verringert die Wirkung, sodass der Patient eine Stunde vor dem Essen eine Tablette nehmen muss, um das zu vermeiden.

„Die sogenannten Dopaminagonisten, das sind Dopaminersatzstoffe, wirken bis zu 24 Stunden, sodass der Patient nur eine Tablette am Tag nehmen muss“, erklärt der Mediziner, der auch Sprecher des Kompetenznetzes Parkinson ist. Allerdings sei der Dopaminersatz nicht so wirksam wie L-Dopa, weil er dem körpereigenen Botenstoff nur nachgebaut ist.

„Nach drei bis vier Jahren reicht dieser Ersatz außerdem nicht mehr, der Patient braucht dann zusätzlich L-Dopa.“ Als drittes bieten sich sogenannte MAO-B-Hemmer an, die mildeste Variante der Medikamente. Sie blockieren im Hirn den Abbau von Dopamin, so dass der Körper den Rest nutzen kann, der noch vorhanden ist.

Der Patient sollte zusammen mit seinem Arzt entscheiden, mit welchem der drei Mittel er als erstes therapiert werden will.