Archivierter Artikel vom 12.05.2012, 22:05 Uhr
Berlin

Lehrstunde für die Bayern: Dortmund schafft das Double

Borussia Dortmund hat den Traum vom ersten Double der Vereinsgeschichte wahr gemacht und Rekord-Champion Bayern München erneut gedemütigt.

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Mit dem Pokaltriumph schafften die Dortmunder erstmals das Double. Foto: Kay Nietfeld – DPA

Der BVB hat das Double geschafft: Das Team von Jürgen Klopp ist nicht nur Deutscher Meister, sondern hat sich mit einem beeindruckenden 5:2 gegen den FC Bayern München auch noch den DFB-Pokal geholt. Hier kommen Szenen eines wahrgewordenen schwarz-gelben Traums.

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Dortmunds Shinji Kagawa (C) trifft zum 1:0.

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Dortmunds Maskottchen Emma.

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Dortmunds Shinji Kagawa feiert mit Marcel Schmelzer.

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Münchens Mario Gomez (L) und der Dortmunder Tormann Mitchell Langerak.

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Mats Hummels (C) feiert mit Neven Subotic nach dem 2:1.

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Fans vom FCB.

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Bundespräsident Joachim Gauck, DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Nationalcoach Joachim Löw.

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Mats Hummel, Roman Weidenfeller, Robert Lewandowski, Neven Subotic, Sebastian Kehl, Kevin Großkreutz, Jakub Blaszczykowski, Lukasz Piszczek, Marcel Schmelzer, Ilkay Guendogan und Shinji Kagawa posieren fürs BVB-Gruppenfoto.

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BVB-Fans machen Stimmung.

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Das Olympiastadion in Berlin.

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Rea Garvey von „Reamonn“ singt vor dem DFB-Pokal-Endspiel.

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Die frühere Biathletin Magdalena Neuner bringt vor Anpfiff die Trophäe.

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Münchener Fans unterstützen ihren FCB.

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Magdalena Neuner.

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Der Himmel über Berlin.

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Hostessen schreiten durchs Stadion.

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Bayern-Coach Jupp Heynckes.

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Shinji Kagawa.

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Jürgen Klopp (C) feiert nach dem 5:2.

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Das 1:0 durch Kagawa.

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Knapp: Manuel Neuer kann den Elfmeterschuss von Mats Hummels nicht halten.

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Mats Hummels trifft zum 2:1.

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Luiz Gustavo und Franck Ribery (R) gegen Shinji Kagawa (C).

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Jerome Boateng (C) und Dortmunds Jakub Blaszczykowski.

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Arjen Robben feiert den Ausgleich nach Elfmeter.

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Shake hands: Jupp Heynckes (R) und Jürgen Klopp.

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Heynckes.

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Klopp.

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Angela Merkel spricht mit DFB-Präsident Wolfgang Niersbach.

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Roman Weidenfeller bei Robbens Elfmeterschuss.

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Ex-Biathletin Magdalena Neuner.

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Klopp.

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Schiri Peter Gagelmann (r) und Sebastian Kehl.

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Roman Weidenfeller verlässt das Spielfeld.

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Jerome Boateng (R) und Kagawa.

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Holger Badstuber, Manuel Neuer und Jerome Boateng.

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Hummels.

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Roman Weidenfeller (L) wird von Mitchell Langerak ersetzt.

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Roman Weidenfeller wird ärztlich versorgt.

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Robert Lewandowski (L) trifft zum 3:1.

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Hummels (C) feiert mit Neven Subotic und Kevin Großkreutz.

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Die Dortmunder.

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Berlins OB Klaus Wowereit, Bundespräsident Joachim Gauck, Daniela Schadt, DFB-Chef Wolfgang Niersbach, Kanzlerin Angela Merkel und ihr Sprecher Steffen Seibert.

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Roman Weidenfeller.

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Roman Weidenfeller (C) und Schiri Peter Gagelmann.

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Magdalena Neuner.

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Coach Jupp Heynckes spricht mit David Alaba.

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Jupp Heynckes.

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Bastian Schweinsteiger.

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Jerome Boateng und Jakub Blaszczykowski.

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Klaus Wowereit spricht mit Herbert Heiner von Adidas, daneben Minister Hans-Peter Friedrich und Horst Seehofer.

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Mario Gomez am Boden.

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Robert Lewandowski.

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Arjen Robben nach dem 1:1.

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Jerome Boateng und Jakub Blaszczykowski.

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Horst Seehofer (L-R), Karl-Heinz Rummenigge, Karl Hopfner, Uli Hoeneß.

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Jürgen Klopp spricht mit Jakub Blaszczykowski.

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Etwa 18.000 Borussia Dortmund-Fans haben sich während des DFB-Pokal-Finals Borussia Dortmund gegen Bayern München zum Public Viewing in der Waldbühne in Berlin versammelt.

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Die Borussia Dortmund-Fans bejubeln den Führungstreffer zum 1:0 während des DFB-Pokal-Finals.

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Beim Public Viewing.

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Fans des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund schauen auf dem Friedensplatz in Dortmund das DFB-Pokal Finale gegen Bayern München und jubeln.

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Fans auf dem Friedensplatz in Dortmund.

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Wie im Kampf um die Meisterschaft erwies sich der BVB auch im Berliner DFB-Pokalfinale als das bessere Team und gewann durch Tore von Shinji Kagawa (3. Minute), Mats Hummels (41./Foulelfmeter) und Robert Lewandowski (45.+1/58./81.) zum 5:2 (3:1) zum dritten Mal nach 1965 und 1989 den begehrten Pott. Mit dem Torfestival gegen den Rekord-Cupsieger stimmten sich die Westfalen zugleich auf die große Titelparty am Sonntag in Dortmund ein.

Als Kapitän Sebastian Kehl um 22.13 Uhr den Pokal aus den Händen von Bundespräsident Joachim Gauck entgegennahm, kannte der Jubel in Schwarz-Gelb keine Grenzen mehr. «Es ist wunderschön. 103 Jahre hat der Verein gebraucht, um das Double zu gewinnen. Das ist eine so emotionale Sache. Das ist unfassbar», konstatierte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

Vor 75 708 Zuschauern im ausverkauften Olympiastadion waren die Treffer von Arjen Robben (25./Foulelfmeter) und Franck Ribéry (75.) zu wenig für die in der Abwehr anfälligen Münchner, denen nach der Lektion durch den BVB nun sogar eine titellose Saison droht. Anstatt sich wie erhofft Selbstbewusstsein für das Champions League-Finale gegen den FC Chelsea am kommenden Samstag zu holen, gab es für die Bayern eine der höchsten Niederlagen ihrer Pokal-Historie.

«Wir dürfen uns nicht beklagen. Unser gesamtes Defensivverhalten war heute katastrophal. Man muss nüchtern feststellen, wir hatten den Sieg nicht verdient», analysierte Trainer Jupp Heynckes bittere 90 Minuten. «Nächste Woche dürfen wir uns solche Fehler nicht erlauben», stellte Kapitän Philipp Lahm fest.

Bundestrainer Joachim Löw meinte: «Ich hätte so ein Ergebnis nie erwartet. Vor allem wegen der zweiten Halbzeit war der Sieg verdient.» FC-Bayern-Dribbler Arjen Robben sagte: «Wenn man 2:5 verliert, tut das weh. Ich habe keine Erklärung für dieses Spiel.»

Dortmund entwickelt sich für den FC Bayern immer mehr zu einem Schreckgespenst. Mit der Effektivität eines Champions nutzte der BVB wie schon bei den vier Pflichtspiel-Siegen zuvor seine Chancen eiskalt und deckte die Schwächen in der Münchner Abwehr eine Woche vor deren Saisonhöhepunkt schonungslos auf. Vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw agierte auch Nationalkeeper Manuel Neuer nicht fehlerfrei und trug Mitschuld an Lewandowskis drittem Tor.

Eine herausragende Rolle in dem in 150 Länder übertragenen Duell zwischen Meister und Vizemeister spielte der von englischen Clubs umworbene Japaner Kagawa. Unter den Augen von Manchester Uniteds Trainer Sir Alex Ferguson glänzte der 23-Jährige in seinem womöglich letzten Spiel für den BVB aus Torschütze und Vorbereiter.

Das hochklassige Gipfeltreffen des deutschen Fußballs begann mit einem Paukenschlag. Nach nicht einmal drei Minuten erlief Jakub Blaszczykowski einen verunglückten Rückpass von Luiz Gustavo und legte den Ball quer auf den mitgelaufenen Kagawa. Der Japaner traf unbedrängt zum 1:0.

Erst ein Foul von Roman Weidenfeller, der Mario Gomez bei seiner Abwehraktion von den Beinen holte, brachte die Münchner ins Spiel zurück. Robben verwandelte den von Schiedsrichter Peter Gagelmann verhängten Strafstoß diesmal sicher und besiegte sein Trauma. Bei der 0:1-Niederlage in Dortmund Mitte April hatte ein verschossener Elfmeter des Niederländers die Bayern um die Titelchance in der Bundesliga gebracht. Für die Borussen bedeutete das 1:1 zugleich den ersten Gegentreffer im DFB-Pokal in dieser Saison.

Das Ausgleichstor beflügelte die Bayern, die die bessere Spielanlage zeigten. Die Chance zum 2:1 vereitelte Hummels, der sich entschlossen in einen Schuss von Philipp Lahm warf (33.). Sekunden später war die Partie für Weidenfeller beendet. Der Borussen-Keeper, der bereits in der 8. Minute nach einem Zusammenprall mit Gomez hatte behandelt werden müssen, räumte seinen Platz wegen einer Rippenverletzung. Für ihn rückte der Australier Mitchell Langerak zwischen die Pfosten.

Mitten in die stärkste Phase des Champions-League-Finalisten hinein platzte die erneute Führung für die Westfalen. Nach Foul von Jerome Boateng an Blaszczykowski übernahm Hummels die Verantwortung und traf gegen Manuel Neuer zum 2:1. Der Nationalkeeper hatte die Ecke «gerochen» und wäre fast am Ball gewesen. Wenig später war der von seinen Vorderleuten im Stich gelassene Neuer gegen den Treffer von Lewandowski völlig machtlos. Der Pole war von Kagawa brillant in Szene gesetzt worden.

Tonangebend blieben weiter die Westfalen, die ihren Gegner nach der Pause geradezu schulmäßig auskonterten. Nach einer Ballstafette über Kagawa und Kevin Großkreutz vollstreckte der freistehende Lewandowski sogar zum 4:1. Erst in Schlussphase rappelten sich die Bayern noch einmal auf und wurden durch Ribérys Einzelleistung zum 2:4 belohnt, doch als Neuer den Ball nicht festhalten konnte, war Lewandowski der Nutznießer und machte seinen Dreierpack perfekt.