München

ADAC-Test

Kindersitze fürs Fahrrad: Auch billig kann sicher sein

Von dpa/tmn
ADAC-Test Kinderfahrradsitze
HANDOUT - Bumm! Die Montag von Kindersitzen vorne auf dem Rad hält der ADAC nur für bedingt empfehlenswert. Und das nicht nur, weil bei einem Aufprall das Gewicht des Fahrers das vorausfahrende Kind trifft. Foto: ADAC e.V./dpa-tmn

Für so manchen ist das Fahrrad Alltags- und Transportfahrzeug. Klar, soll dann damit auch der Nachwuchs sicher mitfahren, etwa auf einem Kindersitz. Aber: Wie sicher sind die?

Lesezeit: 2 Minuten
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München (dpa/tmn) – Die gute Nachricht zuerst: Viele Kindersitze zur Montage auf dem Fahrrad taugen etwas. So schneiden 9 von 16 Modellen zwischen 45 Euro und rund 169,95 Euro in einem ADAC-Test gut ab. Günstige Modelle haben die Nase dabei weit vorn. Daneben erweisen sich 5 Modelle als «befriedigend», 2 fallen als «mangelhaft» durch.

Der Club untersuchte – auch mit Front- und Seitenaufprallcrashtests – je ein Modell zur Sattelrohrmontage und eines zum Festmachen auf dem Gepäckträger desselben Herstellers.

ADAC-Test Kinderfahrradsitze
HANDOUT – Die Tester des ADAC beurteilen die Montage am Gepäckträger als meist stabiler und fürs Kind komfortabler als die am Sattelrohr.
Foto: ADAC e.V./dpa-tmn

Die Tester beurteilen die Montage am Gepäckträger beim Fahren meist als stabiler und fürs Kind komfortabler als die am Sattelrohr. Als Ausnahme nennt der ADAC die zwei Modelle des Testsiegers OK Baby («10+» und «Shield»), die sich jeweils gut befestigen lassen und Bequemlichkeit bieten.

Auch die billigsten Sitze im Test schneiden «gut» ab

Zudem bieten sie gute Sicherheitseigenschaften im Kopfbereich, eine Liegefunktion (Modell für die Sattelstange) und sind abschließbar. Sie kosten 74 und 68,30 Euro. Das sei günstig und werde preislich nur von den je zweitplatzierten Modellen («Mr Fox Relax» und «Mr Fox Clamp») von Bellelli (50 bzw. 45 Euro) unterboten.

Dahinter liegen die Modelle «Go Maxi Frame» und «Go Maxi Carrier» (119,90 und 109,90 Euro) von bobike. Sie sind «gut» wie noch drei weitere Sitze. Das teuerste Modell im Test schneidet wie vier weitere «befriedigend» ab. Nur zwei Sitze fallen durch, da in ihren Gurtpolstern an der Brust Schadstoffe gefunden wurden. Zudem rutschte eine Fußstütze bei einer Norm-Belastungsprobe nach wenigen Sekunden nach unten durch.

Kindersitz: Montage vor dem Fahrer laut ADAC nur bedingt empfehlenswert

Insgesamt meisterten die Kindersitze die Crashversuche mit Crashtest-Dummys an Bord unterschiedlich gut. Während manche den Stößen standhielten, sei bei anderen die Halterung gebrochen oder das Plastik der Sitzschale geborsten – beides kann für erhöhtes Verletzungsrisiko sorgen, wenn sich deswegen der Sitz vom Fahrrad löst.

Außer Konkurrenz hat der Club auch das System «Kindersitz vor dem Fahrer» beobachtet. Doch da eine sichere Montage bei vielen Rädern wegen ungeeigneter Gabelschaftkonstruktionen schwierig sei, seien solche Sitze nur bedingt empfehlenswert. Zudem kann es laut ADAC zu schweren Verletzungen kommen, wenn bei einem Unfall das Fahrergewicht auf das davor sitzende Kind trifft.

Der Club rät vor dem Kauf:

  • Probefahrt machen – mit Kind und dabei das eigene Fahrrad nutzen
  • Sich bei der Montage im Zweifel von Fachleuten helfen lassen
  • Speziell das Abstellen des Fahrrads und eine etwaige Liegeposition des Sitzes vorab ausprobieren
  • Nach dem Kauf wichtig: Immer auf straffe Führung des Gurtes achten und diesen regelmäßig nachziehen

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