Berlin

Sportpolitik

Freitag: Frauen haben es in Sport und Politik sehr schwer

Die aus ihrem Amt scheidende Vorsitzende Dagmar Freitag hat in ihrer Bilanz nach 27 Jahren im Sportausschuss des Deutschen Bundestages beklagt, dass für Frauen „die Fallstricke in der Politik und im organisierten Sport sehr ähnlich sind“.

Dagmar Freitag
Scheidet aus ihrem Amt als Vorsitzende des Sportausschusses im Deutschen Bundestag aus: Dagmar Freitag.
Foto: Fabian Strauch/dpa

Das sagte die 68 Jahre alte SPD-Politikerin in einem Interview des „Spiegel“. Frauen hätten es in beiden Bereichen schwer. „Schauen Sie sich mal an, wie viele Frauen Führungspositionen im deutschen Sport besetzen. Da ist ganz viel Luft nach oben – eigentlich hat sich in den vergangenen 20 Jahren kaum etwas verändert“, kritisierte Freitag. „Und auch die Kungelei oder die Hinterzimmerabsprachen entsprechen vielfach den Vorgängen in der Politik. Insofern waren die 16 Jahre im Präsidium des DLV nicht immer nur die reine Freude“, fügte sie hinzu.

Im Kampf um das Anti-Doping-Gesetz sei sie auf massive Widerstände aus großen Teilen des deutschen Sports gestoßen. „Jahrelang stand der Vorwurf im Raum, wir würden die Athleten kriminalisieren wollen, die Autonomie des Sports zerstören, ein paralleles Rechtssystem neben dem Sport einrichten. Nichts davon hat sich bewahrheitet, die verbalen Anwürfe mussten wir trotzdem aushalten“, unterstrich Freitag. Auch der Austausch mit dem Olympischen Sportbund habe sich aus ihrer Sicht „eher schwierig“ gestaltet.

© dpa-infocom, dpa:210928-99-394535/2

Interview Spiegel (Bezahlschranke)