Archivierter Artikel vom 09.08.2020, 08:42 Uhr
Düsseldorf

Libanon

Ex-Bundesliga-Profi Younes geschockt von Explosion in Beirut

Die verheerende Explosion in Beirut mit mehr als 150 Toten beschäftigt auch den früheren Bundesliga-Profi Amin Younes. Sein Vater ist Libanese.

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Amin Younes
Der ehemalige Bundesliga-Profi Amin Younes engagiert sich seit Jahren in Libanon.
Foto: Christian Charisius/dpa

„Meine Familie lebt in Tripoli, doch ich habe einige Freunde dort, die ich sofort versucht habe zu kontaktieren. Zum Glück ist denen allen nichts passiert. Das ist wie ein Wunder“, sagte der 27-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Er verfolge mit seinem Vater „täglich die libanesischen Nachrichten“.

Younes, der beim italienischen Club SSC Neapel unter Vertrag steht, im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League beim FC Barcelona aber nicht im Kader stand, hält sich derzeit in Düsseldorf auf. „Ich habe es aus den Nachrichten erfahren und war extrem schockiert“, sagte der Mittelfeldspieler, der in der Bundesliga für Borussia Mönchengladbach und in der 2. Liga für den 1. FC Kaiserslautern spielte.

Younes engagiert sich seit Jahren in Libanon, plante gerade gemeinsam mit einer Hilfsorganisation, einen Fußballplatz zu bauen. Doch dieses Vorhaben müsse nun warten. „Man muss nun erstmal sehen, wo und wie man derzeit am besten helfen kann. Vermutlich mit Essensspenden, damit man die Menschen, die ohne Dach über dem Kopf geblieben sind, erstmal versorgen kann“, sagte er.

Der Libanon leidet seit Monaten unter einer schweren Wirtschaftskrise, verschärft wurde diese durch die Corona-Pandemie. Viele Libanesen sind in Armut abgerutscht, durch die Explosion wurden nun rund 250.000 Menschen obdachlos. „Es wird vermutlich Jahrzehnte dauern, bis sich das Land wieder aufgerafft hat. Voraussetzung dafür ist aber sicherlich erstmal, dass die Menschen in dem Land an einem Strang ziehen. Das ist schon schwierig genug“, sagte Younes.

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