Archivierter Artikel vom 03.02.2012, 08:49 Uhr
Mainz

Ein Punkt als Sonderangebot nicht überragend reizvoll

Um die Klasse von Schalke 04 macht Thomas Tuchel gar keinen großen Bogen. Der samstägliche Gegner des FSV Mainz 05 ist Tabellendritter, punktgleich mit dem Spitzenreiter FC Bayern München und dem Titelverteidiger Borussia Dortmund.

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Schalke-Erfolgscoach Huub Stevens war einst beim HSV Trainer von Mohamed Zidan.
Foto: dpa
Schalke-Erfolgscoach Huub Stevens war einst beim HSV Trainer von Mohamed Zidan.
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Mainz – Um die Klasse von Schalke 04 macht Thomas Tuchel gar keinen großen Bogen.

Der samstägliche Gegner des FSV Mainz 05 ist Tabellendritter, punktgleich mit dem Spitzenreiter FC Bayern München und dem Titelverteidiger Borussia Dortmund. Mit 45 Toren haben die Schalker nur einen Treffer weniger erzielt als die Bayern und sogar zwei mehr als der Kohlenpottrivale. Die Statistik deutet für die Mainzer auf einen auch sportlich eiskalten Nachmittag in der Veltins-Arena hin.

„Schalke hat individuelle Klasse, mannschaftliche Geschlossenheit und einen Kader mit großen Alternativen“, stellte der Mainzer Cheftrainer gestern fest. Letzteres habe sich schon im Vorrundensspiel gezeigt, als die Schalker nach der Einwechslung der Flügelflitzer Jefferson Farfan und Julian Draxler aus einem 0:2 zur Pause noch einen 4:2-Sieg machten. Draxler ist inzwischen Stammspieler, Farfan arbeitet sich gerade nach einer Verletzung wieder an den Jokerstatus heran.

Marica, Obasi, Pukki, Jurado

Beim jüngsten 4:1-Sieg in Köln hatte der bisherige Sturmreservist Ciprian Marica seinen großen Auftritt mit zwei Toren. Der von der TSG Hoffenheim geholte Sprintstürmer Chinedu Obasi ist noch gar nicht richtig in Form. Und da war von dem wendigen und schussstarken Finnen Teemu Pukki oder den offensiven Galatechnikern Jurado und Alexander Baumjohann noch nicht einmal die Rede. Der eigenwillige Trainer Huub Stevens hat da eine imponierende Auswahl hinter seinen Welttorjägern Raul und Klaas-Jan Huntelaar.

Würde man Thomas Tuchel vor dem Anpfiff einen Punkt anbieten, dann wäre das für den Mainzer Trainer zwar verlockend, doch so einfach unterschreiben würde der 38-Jährige dieses Papier auch wieder nicht.

„Wir trauen uns schon zu, das Sichere auszuschlagen“, erklärte Tuchel gestern. „Wir trauen uns zu, groß zu denken und für diese 90 Minuten konkurrenzfähig zu sein.“ Das mache nun mal den Reiz im Fußball aus, dass eine unterlegene Mannschaft gegen eine große Mannschaft auch mal drei Punkte holen könne. „Das Ziel, zu gewinnen, auch gegen große Gegner, das haben wir uns immer zugetraut, egal ob zu Hause oder auswärts.“ Der 05-Coach: „Und das wollen wir auch am Samstag in Schalke ausstrahlen.“

Mut und Überzeugung

Dazu gehöre Mut und Überzeugung. Beides sei gewachsen bei seiner Mannschaft nach der zweiten Halbzeit in Leverkusen und nach der ersten Halbzeit beim jüngsten 3:1-Überfall in der Coface-Arena gegen den SC Freiburg. Und wenn die Sache in Schalke gar nicht sonderlich gut laufen sollte, so Tuchel, „dann nehmen wir am Ende vielleicht auch einen glücklichen Punkt“. Was dem (gar nicht mehr so grantigen) Kollegen Huub Stevens mit Sicherheit zu wenig wäre. rr