Archivierter Artikel vom 11.08.2014, 09:30 Uhr

Eifler vor Gericht: Prozess gegen mutmaßlichen Autobahnschützen beginnt

Würzburg/Eifel (dpa) – In Würzburg hat der Prozess gegen einen mutmaßlichen Autobahnschützen aus der Eifel begonnen. Über Jahre hinweg soll der Fernfahrer vom Steuer aus auf andere Wagen geschossen haben, vor allem auf Autotransporter.

Verschieden aufgeplatzte Geschosse vom Kaliber neun Millimeter.
Verschieden aufgeplatzte Geschosse vom Kaliber neun Millimeter.
Foto: Fredrik Von Erichsen/dpa

Der 58-Jährige muss sich unter anderem wegen versuchten Mordes verantworten. Er soll von 2008 bis 2013 mehr als 700 Mal zur Waffe gegriffen haben, angeklagt sind 170 Fälle. Drei Menschen wurden verletzt, die Serie von Schüssen auf deutschen Autobahnen hatte Ermittlern lange Rätsel aufgegeben.

Der mutmaßliche Autobahnschütze wollte anderen Lastwagenfahrern nach den Worten des Staatsanwalts einen „Denkzettel“ für ihr Fahrverhalten verpassen. Der Fernfahrer habe sich entschlossen, ihnen dazu in die Ladung oder in den Lkw zu schießen, sagte Oberstaatsanwalt Boris Raufeisen beim Prozessauftakt vor dem Landgericht Würzburg. Der Mann selbst hatte bei der Polizei betont, er habe niemanden verletzen wollen. Er soll freihändig und ohne genaueres Anvisieren durch die geöffnete Scheibe geschossen haben.