Archivierter Artikel vom 07.12.2021, 11:07 Uhr

Comeback nach einem halben Jahrhundert – BSA Gold Star 650

Anfang der 1970er-Jahre stellte der einst legendäre britische Motorradschmiede BSA die Zweiradproduktion ein. Dank indischem Geld und österreichischem Know-how gibt es jetzt ein Comebac.

Von Mario Hommen/SP-X
Sieht alt aus, ist aber neu: die BSA Gold Star 650
Sieht alt aus, ist aber neu: die BSA Gold Star 650

SP-X/Birmingham. Der indische Mischkonzern Mahindra hat die britische Motorradmarke BSA wiederbelebt und mit der Gold Star 650 gleich ein erstes Modell vorgestellt. Anfang Dezember feierte das komplett neuentwickelte Naked Bike auf der Motorcycle Live in Birmingham Premiere.

Der große Kühler vor dem Motor weist auf die moderne Flüssigkühlung des Einzylinders hin
Der große Kühler vor dem Motor weist auf die moderne Flüssigkühlung des Einzylinders hin

Optisch knüpft die neue Gold Star nahtlos an die Tradition der BSA-Modelle aus den 50er- und 60er-Jahren an. Tragendes Element ist ein Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen, in dessen Zentrum ein betagt wirkender Einzylinder steckt, den Mahindra in Kooperation mit der TU Graz mit zeitgemäßer Technik wie Doppelzündung, Vierventiltechnik und Flüssigkühlung versehen hat. Nach Angaben von BSA soll das Aggregat die neuesten Emissionsnormen erfüllen, dazu dürfte auch Euro 5 gehören. Der 650er mobilisiert 34 kW/46 PS und 55 Newtonmeter Drehmoment, die per Fünfgang-Getriebe und Kette ans Hinterrad geleitet werden. Damit soll das rund 200 Kilogramm schwere Bike 165 km/h erreichen.

Die Brembo-Bremsen verfügen vorne wie hinten über ABS-Technik
Die Brembo-Bremsen verfügen vorne wie hinten über ABS-Technik

Beim Fahrwerk setzt BSA ebenfalls auf einen Mix klassischer und moderner Komponenten. So tragen die Speichenräder vorne wie hinten ABS-Scheibenbremsen von Brembo. Ganz herkömmlich wird das Hinterrad von einer zweiarmigen Stahlrohrschwinge mit zwei fünffach verstellbaren Federbeinen geführt. Vorne kommt eine Telegabel mit 4,1 Zentimeter großen Rohren zum Einsatz.

Die neue BSA Gold Star 650 könnte man durchaus für ein Modell aus den 1960er-Jahren halten
Die neue BSA Gold Star 650 könnte man durchaus für ein Modell aus den 1960er-Jahren halten

Der Spagat zwischen Moderne und Klassik zeigt sich bei der Gold Star auch bei anderen Details. So strahlt der Rundscheinwerfer mit herkömmlicher Halogentechnik, während beim Rücklicht LEDs zum Einsatz kommen. In die beiden analogen Rundinstrumenten sind jeweils noch kleine Displays integriert. Zur Ausstattung gehören eine Wegfahrsperre, eine USB-Ladebuchse und ein 12-Volt-Steckdose zum Anschluss einer beheizbaren Jacke.

Keine 50 PS mobilisiert der flüssiggekühlte Single, der die Gold Star bis auf 165 km/h beschleunigen kann
Keine 50 PS mobilisiert der flüssiggekühlte Single, der die Gold Star bis auf 165 km/h beschleunigen kann

Kommendes Jahr soll die Serienproduktion der Gold Star anlaufen. Bereits für das Frühjahr plant BSA Motorcycles den Verkauf in Festland-Europa und damit auch Deutschland. Zudem will die wiederbelebte Motorradmarke ihr Portfolio ausbauen. BSA hat unter anderem die Entwicklung eines Elektro-Zweirads angekündigt.

Der Einzylinder-Motor wurde komplett neu entwickelt und erfüllt unter anderem die neuesten Abgasvorschriften
Der Einzylinder-Motor wurde komplett neu entwickelt und erfüllt unter anderem die neuesten Abgasvorschriften
Mario Hommen/SP-X