Archivierter Artikel vom 19.04.2013, 07:00 Uhr

Chronologie: Düngemittel – immer wieder Unglücke

Bei der Produktion, der Lagerung und dem Transport explosiver und leicht brennbarer Düngemittel haben sich schon mehrere Unglücke ereignet, bei denen viele Menschen getötet wurden. In Rheinland- Pfalz wurden 1921 bei einer Explosion mehr als 500 Menschen getötet.

September 2012

Drei Arbeiter sterben bei Wartungsarbeiten in einem Stickstoffwerk in Piesteritz (Sachsen- Anhalt). Die Männer sollten Sandstrahlarbeiten erledigen und werden leblos aufgefunden. Die Produkte des Ammoniak- und Harnstoffherstellers werden auch in der Düngemittelindustrie benötigt.

Juli 2007

Bei Lwiw in der Ukraine entgleist im Sommer des Jahres ein Güterzug mit hochgiftigem und leicht entzündlichem gelben Phosphor und gerät dadurch in Brand. Mindestens 174 Menschen werden verletzt, darunter auch 46 Kinder. Gelber Phosphor dient in der chemischen Industrie unter anderem zur Düngemittelherstellung.

Mai 2005

Bei Mihailesti (Rumänien) kommen mindestens 17 Menschen bei der Explosion eines mit Düngemittel beladenen Lastwagens ums Leben. Unter den Toten sind sieben Feuerwehrmänner und zwei TV-Journalisten, die den Unfall auf der Europastraße 85 filmten. Der mit rund 20 Tonnen des Düngemittels Ammoniumnitrat beladene Laster war von der Straße abgekommen und hatte Feuer gefangen. Während der Löscharbeiten explodierte er.

April 2004

Im Bahnhof von Ryongchon (Nordkorea) nahe der Grenze zu China kollidieren ein Tankwagen und zwei mit hochexplosivem Dünger beladene Waggons. Funkenschlag löst eine Explosion aus. Mindestens 169 Menschen sterben, darunter viele Kinder einer nahe gelegenen Schule. Mehr als 1300 Menschen werden verletzt.

September 2001

In einer Düngemittelfabrik bei Toulouse in Südfrankreich kommt es zu einer Explosion: 31 Menschen sterben, mehr als 4500 werden verletzt, Tausende Gebäude werden zerstört oder beschädigt.

Dezember 1999

In Guatemala werden bei der Explosion eines Lagers für Düngemittel mindestens 13 Menschen getötet. Bei dem Unglück in der Hafenstadt San Tomas de Castilla an der Karibikküste des mittelamerikanischen Landes werden weitere 60 Menschen verletzt.

April 1947

Der französische Frachter „Grandcamp“ mit 2300 Tonnen Ammoniumnitrat-Düngemittel an Bord explodiert im Hafen von Texas City (USA). Das Feuer greift auf die Stadt über. Mindestens 510 Menschen kommen ums Leben.

September 1921

Als das größte Industrieunglück Europas gilt die Explosion eines Salpeterlagers in Oppau bei Ludwigshafen. Dabei werden mehr als 500 Menschen getötet und fast 2000 verletzt. Die Explosion von 4500 Tonnen Ammoniaksulfatsalpeter – ein Stoff für Düngemittel – reißt einen 18 Meter tiefen Krater in die Erde. Auch heute noch stellt BASF in Ludwigshafen Düngemittel her – 600 000 Tonnen pro Jahr. Dafür verwendet der Konzern auch das explosive Ammoniumnitrat.

Nach Angaben einer Unternehmenssprecherin gibt es aber umfassende Sicherheitsmaßnahmen, um Brände oder gar Explosionen zu verhindern. BASF betreibt auch ein Werk in Texas. Der betroffene Düngemittelhersteller in West wurde von BASF nicht mit Ammoniumnitrat beliefert.