Archivierter Artikel vom 20.10.2011, 18:56 Uhr
Koblenz

Buga-Glanz wird auf der Festung konserviert

Mit Buga-Rückenwind in eine spannende Zukunft: So könnte das Motto auf dem Ehrenbreitstein lauten. Nach dem Ende der Bundesgartenschau, bei der sich die Festung runderneuert und interessant wie noch nie präsentiert hatte, laufen schon die Planungen für die neue Saison. Die Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) hat viel vor hoch über dem Deutschen Eck.

Ein faszinierender Fund aus Thür (Landkreis Mayen-Koblenz): Dort wurden in einem gewaltigen Gräberfeld mehr als 1100 fränkische, römische und keltische Gräber freigelegt. Das jetzt auf der Festung gezeigte Grabe eines Reiterkriegers ist eine Besonderheit: Während die sterblichen Überreste des Kriegers verbrannt und in einer Urne (mitte hinten) aufbewahrt wurden, wurde sein Pferd neben ihm bestattet. In der Ausstellung „Mein letzter Garten“ wurde sorgfältig die Lage des Fundstückes rekonstruiert: Ross und Reiter liegen genau so vor dem Betrachter, wie sie die Landesarchäologen bei der Ausgrabung vorfanden.

Kevin Rühle

Im dunkel gestrichenen Erdgeschoss der Rheinbastion erwartet die Besucher der Ausstellung „10 000 Jahre Grabkultur“ diese römische Gräberstraße. Viele der hier zu sehenden römischen Grabdenkmäler sind sonst in der Steinhalle des Mainzer Landesmuseums zu sehen.

Kevin Rühle

Blick über ein Urnengrab auf einen prächtig geschmückten römischen Scheiterhaufen.

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Essen und Trinken, oft auch Blumen und Tieropfer begleiteten den standesbewussten Römer auf den Scheiterhaufen: Die Generaldirektion hat einen Scheiterhaufen detailgetreu nachgebaut. Beachtlich ist neben der prächtigen und liebevollen Dekoration auch das fein gearbeitete hölzerne Totenbett.

Kevin Rühle

Ausstellungsrundgänge „Peter Joseph Lenné – Eine Gartenreise im Rheinland“ und „Mein letzter Garten – 10 000 Jahre Grabkultur an Rhein und Mosel“ der Generaldirektion Kulturelles Erbe auf der Festung Ehrenbreitstein.

Kevin Rühle

Auge in Auge mit Skulpturen der Verstorbenen: Im dunkel gestrichenen Erdgeschoss der Rheinbastion erwartet die Besucher der Ausstellung „10 000 Jahre Grabkultur“ diese römische Gräberstraße. Viele der hier zu sehenden römischen Grabdenkmäler sind sonst in der Steinhalle des Mainzer Landesmuseums zu sehen.

Kevin Rühle

Während im ersten Stockwerk die Gartenausstellung „Peter Joseph Lenné“ in hellen Tönen gehalten ist, zeigt sich die Schau „Mein letzter Garten“ dem Thema angemessen Dunkel: Auf einem gesamten Stockwerk der Rheinbastion dokumentiert sie Begräbnisrituale und Erinnerungskultur aus Rheinland-Pfalz über Epochen hinweg.

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In großzügigen Dioramen zeigt die Schau „Peter Joseph Lenné“ Gartenkultur im Rheinland. Gleich am Eingang in Richtung Landesmuseum empfängt eine prächtige Ansicht des Drachenfelses bei Königswinter den Besucher.

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Diesen silbernen Ehrenkranz hat man Peter Joseph Lenné zu Ehren geflochten – war er doch einer der bedeutendsten Gartenkünstler des 19. Jahrhunderts.

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Wer hätte gedacht, dass die Räume der Rheinbastion so luftig und leicht wirken können? Hier haben die Ausstellungsmacher historische Abbildungen der Kaiser-Augusta-Anlagen in den Koblenzer Rheinanlagen von Joseph Peter Lenné vergrößert und als Panorama-Rundblick aufgestellt.

Kevin Rühle

In der Schau zu seinem umfangreichen Planungswerk darf natürlich eine Büste von Peter Joseph Lenné nicht fehlen – wer sich in den Koblenzer Rheinanlagen auskennt, kennt eine ganz ähnliche Bronzebüste, die dort aufgestellt ist.

Kevin Rühle

Der Eindruck von Bewegung täuscht nicht: Auf dieser schrägen Ausstellungstafel zieht eine mehrminütige Rheinreise am Betrachter vorüber – projiziert von der Decke. In historischen Stichen nachempfundener Aufmachung wird nicht nur eine Karte abgespult: Immer wieder öffnen sich Fenster zu besonderen Gärten und Städten auf der Karte, und selbst Ballons, Wolken und Vogelschwärme kreuzen den Strom. Hier bleiben viele Besucher lange stehen.

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Blickachsen sind ein ganz zentrales Theme im Schaffen Peter Joseph Lennés – das greift die Ausstellung auf: Wie durch kunstvoll in Scherenschnittmanier arrangierte Natur hindurch blickt man auf vergrößterte Dioramen.

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Auch die Parkanlage in und um Schloss Stolzenfels ist ein Werk Peter Joseph Lennés: Die Schau auf der Festung Ehrenbreitstein widmet einen kompletten Raum dem stolzen Wahrzeichen der Rheinromantik, das seit Kurzem in neuem Glanz erstrahlt.

Kevin Rühle

Fast wie ein Seekurort fühlt man sich an den Holzbänken aus Bad Neuenahr-Ahrweiler – Reproduktionen alter Ansichtskarten zeigen alte Garten- und Kurherrlichkeit.

Kevin Rühle

Fast wie ein Seekurort fühlt man sich an den Holzbänken aus Bad Neuenahr-Ahrweiler – Reproduktionen alter Ansichtskarten zeigen alte Garten- und Kurherrlichkeit.

Kevin Rühle

Die Rheinbastion liegt für die meisten Buga-Besucher ganz am Ende ihres Festungsrundgangs und recht versteckt. Mit robusten Spielgeräten locken die Ausstellungsmacher jetzt schon einmal mehr Besucher auf den Hof der Rheinbastion.

Kevin Rühle

Koblenz – Mit Buga-Rückenwind in eine spannende Zukunft: So könnte das Motto auf dem Ehrenbreitstein lauten. Nach dem Ende der Bundesgartenschau, bei der sich die Festung runderneuert und interessant wie noch nie präsentiert hatte, laufen schon die Planungen für die neue Saison. Die Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) hat viel vor hoch über dem Deutschen Eck.

Die Festung Ehrenbreitstein

Generaldirektion Kulturel

Die Festung Ehrenbreitstein, oberer Schlosshof vor den millionenschweren Sanierungsmaßnahmen.

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Konzeptzeichnung zum Weg durch die Festungsgeschichte.

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Die legendäre Prunkkanone „Vogel Greif“

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Eine preußische Haubitze aus dem 19. Jahrhundert.

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Eine preußische Pickelhaube.

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Ausgrabungen in der Großen Traverse.

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Der Festungskanonier.

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Fußartillerie-Regiment No. 9

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Inszenierung zur Lenné-Ausstellung

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Pergolagarten auf Schloss Stolzenfels

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Im Rahmen der Buga-Ausstellungen werden auch die archäoloigischen Befunde aus anderen Landesteilen präsentiert, wie zum Beispiel dieser Grabbefund aus Herxheim.

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Auch dieses Grabmal aus Boppard wird im Rahmen der Buga-Ausstellungen zu sehen sein.

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Dieses Tabernakel auf dem Koblenzer Hauptfriedhof ist ein Musterbeispiel für die kleinen Meisterwerke in Koblenz.

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Blick in die Dauerausstellung „Geborgene Schätze“, die im Zuge der Buga durch kleine Sonderausstellungen mit Funden aus ganz Rheinland-Pfalz bereichert wird.

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Dieser keltische Stier wurde bei Thür gefunden. Er gehört zu den in den Ausstellungen präsentierten kleinen Kostbarkeiten.

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Die berühmte Drachenkopfstandarte aus dem Kastell Niederbieber gehört zu den besonderen Schätzen der Direktion Archäologie.

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Schloss Stolzenfels vor der Generalsanierung. Das romantische Schloss wird pünktlich zur Buga im neuen Glanz erstrahlen.

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Blick vom Wanderweg auf Schloss Stolzenfels.

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Dieser Wasserfall ist ein Teil des Lenné'schen Landschaftsparks um Schloss Stolzenfels.

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Auch Kunst – wie hier Andreas Achenbachs Bild „Auf hoher See“ von 1893 – wird im Rahmen der Buga gezeigt.

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uch Kunst – wie hier H.C. Hartungs Bild „Mondschein“ von 1895 – wird im Rahmen der Buga gezeigt.

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Zum museumspädagogischen Angebot im Buga-Jahr gehören auch Workshops für Kinder zum Mitmachen.

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Detail aus dem Kinder-Workshop zur Römerzeit.

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Kulturministerin Doris Ahnen (SPD) ist ebenfalls ganz begeistert: „Im Rahmen der Bundesgartenschau sind wesentliche Teile der Masterplanung zur Weiterentwicklung und zur besseren Erschließung der Festung Ehrenbreitstein umgesetzt worden. Die Rolle der Festung als wichtiges Denkmal und Ort für kulturelle Angebote sowie für Veranstaltungen wurde damit weiter gefestigt.“ Besonders die positive Resonanz hat die Ministerin gefreut: „Nun wollen wir viele der neu entstandenen Angebote nachhaltig und langfristig für die Besucher sichern.“

GDKE-Generaldirektor Thomas Metz ergänzt: „Mit dem Ende der Buga schließen sich auch bis zum März 2012 die Pforten der Festung. Alle neu erschlossenen Festungsbereiche werden dann allerdings wieder für die Besucher geöffnet. Dies gilt auch für alle durch die GDKE geschaffenen Ausstellungseinheiten.“ Zum Saisonbeginn geht das neue Entreé-Gebäude der Festung als erste Informations- und Verkaufsstelle für die Besucher in Betrieb.

Veranstaltungen: Auch in Zukunft soll die Festung ein besonderer Ort für Veranstaltungen sein, dazu spricht die GDKE derzeit mit unterschiedlichsten Kooperationspartnern. Neu hinzugekommen ist ein besonderer Platz: Auch der Innenhof der „Langen Linie“ soll künftig für Veranstaltungen vom Konzert bis zum festlichen Bankett genutzt werden. Ein Beispiel für die Veranstaltungsvielfalt auf der Festung: Im Sommer feiern die Metzger- und Schlachterinnungen in Koblenz mit Unterstützung der GDKE ihren 125. Geburtstag mit einer Ausstellung, einem Festakt und begleitenden Aktionen in der „Langen Linie“.

Ausstellungen: Besucher können weiterhin barrierefrei den „Weg zur Festungsgeschichte“ erleben, sie können sich die Inszenierung „3000 Jahre befestigter Ort“ als „Fahrstuhl in die Geschichte“ anschauen, die archäologische Dauerausstellung und wechselnde Kabinettausstellungen besuchen. Alle Ausstellungen – darunter jene zu Peter Joseph Lenné und zur Grabkultur – werden auf Grundlage von Besucherbefragungen weiterentwickelt. Bis zum Aufbau der Kabinettausstellungen wird weiterhin die Ausstellung „Rheinland-Pfalz: einfach einmalig“ gezeigt.

Fotografie: Im „Turm Ungenannt“ wird eine Galerie für die Landessammlung zur Geschichte der Fotografie eingerichtet, die wechselnde Ausstellungen aus dem Fundus dieser einzigartigen Sammlung ermöglicht.

Führungen: Noch einer bleibt der Festung treu: Der „ewige Soldat“ führt auch im kommenden Jahr Besuchergruppen über das Gelände. Zurzeit werden zudem neue Führungskonzepte für die Festung durch die Koblenz-Touristik mit ihren Stadtführern und die Direktion „Burgen, Schlösser, Altertümer“ entwickelt. Diese Führungen können dann bei der Koblenz-Touristik gebucht werden.

Vermarktung: Touristisch vermarktet wird die Festung künftig in enger Zusammenarbeit mit der Koblenz-Touristik und der Firma Doppelmayr als Betreiberin der Seilbahn vom Rheinufer aufs Festungsplateau.

Eintrittskarten: Der Besuch des inneren Festungsbereich wird weiter Eintritt kosten. Gemeinsam mit Doppelmayr werden Einzel-Kombikarten (Festung + Seilbahn) und Jahreskarten angeboten.

Doris Ahnen ist optimistisch: „Die Buga hat den Bekanntheitsgrad der historischen Anlage weit über die Grenzen des Landes hinaus deutlich erhöht. Diese neue touristische Anziehungskraft wollen wir für die Zukunft nach besten Kräften nutzen.“